Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 7. Abtheilung, Die Schlemmerei : zwei Bändchen (1852) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Der Abbe Ledour konnte nicht mehr daran zweifeln: Don Diego entging ihmz er gab auch ſeinen Aerger durch verächtliches Achſelzucken und durch zorniges Augenverdrehen kund.

Oh! mein Gottl Herr Doctor, ſagte plötzlich der Domherr, indem er wiederholt ſeine großen Naſen⸗ löcher erweiterte;was für ein Appetit erregender Ge⸗ ruch iſt denn das?

Es iſt das Specimen der Induſtrie meines Neffen Michel, ehrwürdiger Domherr; ſie kommt kaum aus dem Ofen; ſehen Sie, wie das golden, wie das lecker iſt, ſagte der Doctor Gaſterini.

Und er bezeichnete mit der Geberde dem Dom⸗ herrn die wunderbarſten Proben von Paſtetenbäckerei und von kleinen Kuchen, die man ſich vorſtellen kann, furchtbare Paſteten von Wildbret, Fiſch oder Geflügel; Bouchses mit Krebsſchwänzen, Torten mit Früchten, Törtchen mit Confituren und mit Crémes von allen Arten, rauchende Brioches, Meringuen mit Ananas⸗ gelse, in Zucker gebackenes Mandelwerk, Nonugats in der Form von Felſen aufgeſetzt, welche Tempel von Candiszucker trugen; zierliche Sultanes, deren Dom von geſponnenem Zucker, ähnlich einem Silberfiligran, ein Baſſin von Marzipan à la Vanille voll von einer Roſen⸗ ersme, einer gepeitſchten Créme ſo leicht als Schaum, er⸗ ſchauen ließ. Uebergehen wir mit Stillſchweigen andere wunderbare Leckereien, welche aufzuzählen zu lange wäre, und die der Domherr mit einer ſtummen Bewunderung betrachtete.

Die Stunde des Mittagsmahles naht, und ich muß bald zu meinen Oefen gehen, um den letzten Pinſelſtrich gewiſſen Gerichten zu geben, welche ich durch meine Schüler anlegen laſſe, ſagte der Doctor zu ſeinem Gaſte.Um Ihnen die Wichtigkeit dieſes ſo reizenden Induſtriezweiges zu beweiſen, werde ich mich auch auf eine einzige Frage beſchränken.

Und er wandte ſich an ſeinen Neffen?