121¹
zwölf Poularden, die erſten zwölf Hühner, welche aus den Ställen herauskommen, werden beiſeit gethan.“
„Wozu?“ fragte der Abbé. „Was wird aus die⸗ ſen ſo durch das Loos bezeichneten Thieren?“
„Man macht daraus einen Theil, und dieſer wird zum Nutzen des Perſonals vom Pachthofe verkauft. Dieſer Nutzen fügt ſich dem ſixen Lohne bei. Sie be⸗ greifen, meine Herren, daß ſo alle meine Leute ein Intereſſe dabei haben, daß Vieh und Geflügel, ohne Unterſchied, ſo gut als nur immer möglich gepflegt werden, weil der Zufall allein den Ermuthigungs⸗ theil, wie wir es nennen, bezeichnet. Was entſteht hieraus, meine Herren? daß Herde und Geflügel bei⸗ nahe eben ſo die Sache meiner Leute, als die meinige werden, denn je mehr der Theil aus ſchönen Erzeug⸗ niſſen beſteht, deſto theurer wird er verkauft und deſto mehr Nutzen trägt er meinen Leuten. Nun denn, meine Herren, ſollten Sie glauben, daß ich durch den Eifer, durch die Sorgfalt, durch die Thätigkeit, welche meinen Leuten vom Pachthofe die Hoffnung auf dieſen Nutzen verleiht, noch mehr gewinne, als ich ihnen überloſſe, weil, ich wiederhole es, unſer Aller Intereſſe ein ge⸗ meinſchaſtliches iſt, ſo daß ich, indem ich die Lage die⸗ ſer wackern Menſchen viel beſſer mache, meinen Vortheil dabei finde.“
„Die Moral hievon, Don Diego,“ ſprach der Doctor lächelnd, „iſt, daß man ſo viel als möglich vortreffliche Lendenbraten, zarte Rippchen von den ſalzi⸗ gen Wieſen eſſen und ſich mit derſelben Aufopferung einer zügelloſen Conſumtion von Ponlarden, Kapaunen und Truthühnern hingeben muß, um die intereſſante Vieh⸗ und Geflügelinduſtrie in Thätigkeit zu ſetzen.“
„Ich werde mich bemühen, auf der Höhe meiner Pflichten zu ſein, Herr Doctor,“ ſprach ernſthaft der Domherr.
„Und ſie ſind zahlreicher, als Sie glauben, Don Diegs, denn es hängt auch von Ihnen ab, daß die


