Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 7. Abtheilung, Die Schlemmerei : zwei Bändchen (1852) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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e teufliſche Laune verſetzt haben; ich kenne aber kein r Mittel gegen den zwückgetretenen Aerger. Doch krank t oder unpäßlich ſind Sie nicht im Geringſten, mein wür⸗ r diger Abbé.“

„Warum hätte ich Sie dann gebeten, dieſen Mor⸗ d gen zu mir zu kommen?“

„Sie müſſen das beſſer wiſſen, als ich, mein lieber

Abbé; ich vermuthe indeſſen das verborgene Motiv, wel⸗

d ches Sie mein Kommen hat wünſchen läſſen.“

„Das iſt ein wenig ſtark.“

„Nein, nicht ſehr ſtark, denn wir ſind alte Bekannte, und ich kenne Ihre Streiche.“

. „Meine Streiche?“

t „Sie machen manchmal vortreffliche. Doch um

auf unſere Angelegenheit zurückzukommen, — ich glaube, daß Sie mich unter dem Vorwande einer Krankheit, welche nicht exiſtirt, haben bitten laſſen, um von mir unmittelbar oder mittelbar etwas zu erfahren, was Sie intereſſirt.“ „Ah! Doctor, das iſt ein ſchlechter Spaß!“ „Hören Sie, Abbé, ich bin in meiner Jugend Arzt des Herzogs von Otranto geweſen, als er Polizeimini⸗ ſter war. Er erfreute ſich, wie Sie, einer vortrefflichen Geſundheit; dennoch verging beinahe kein Tag, ohne aß e meinen Beſuch verlangte. Ich war damals nait, und obgleich ſich mir meine Laufbahn gut eröffnet hatte, bedurfte ich noch der Protectoren; wenn mir nn ach meine Beſuche bei der Excellenz von der Po⸗ lizei ſehr unnöthig ſchienen, ſo begab ich mich doch jeden Tag heharrlich zu ihr in ihrer Ankleideſtunde, und wir plauderten. Der Herr Herzog hatte die Unannehmlich⸗ keit, ſehr frageſüchtig zu ſein, und da ich durch mein Gewerbe mit Perſonen von allen Ständen in Verbin⸗ dung ſtand, ſo richtete dieſe treuherzige Ercellenz über meine Kunden eine Menge Fragen an mich mit einer reigenden Leutſeligkeit; ich, ich antwortete darauf in aller Aufrichtigkeit meiner Seele. Eines Tages kam ich zum