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troſen zu befreien wiſſen, und müßten ſie das Kloſter in Brand ſtecken.“
„Welch ein Bandit!“ rief Schweſter Prudence. „Welch ein abſcheulicher Böſewicht!“
„So, meine liebe Schweſter, ſtanden geſtern die Dinge bei der Ankunft von Don Diego in einer Woh⸗ nung, die ich zum Voraus für ihn beſtellt hatte. Dieſen Morgen ließ er mich bitten, zu ihm zu kommen; ich fand ihn ſehr niedergeſchlagen und im Bette liegend; er theilte mir mit, es habe ſich eine plötzliche Revo⸗ lution im Geiſte ſeiner Nichte bewerkſtelligt; ſie ſcheine jetzt ebenſo unterwürfig, ebenſo ergeben, als ſie Anfangs unbotmäßig geweſen; kurz, ſie willige ein, noch heute ins Kloſter zu gehen, wenn man es verlange.“ „Mein Bruder, mein Bruder, dieſe Veränderung iſt ſehr raſch, ſehr ungeſtüm.“
„Das iſt auch meine Anſicht, meine Schweſter. Wenn ich mich nicht irre, verbirgt dieſer plötzliche Um⸗ ſchlag eine Falle. Ich habe Ihnen auch geſagt, wir müſſen ſehr vorſichtig ſpielen. Es iſt allerdings ſchon viel, daß wir dieſe unglückliche Vernarrte in unſeren Händen haben, aber wir müſſen auch an den Feind denken, an dieſen abſcheulichen Kapitän Horace, der, in Begleitung ſeines Matroſen, ohne Zweifel beſtändig um das Haus herumſtreicht, wie der räuberiſche Wolf, von dem die Schrift ſpricht.“
„Quaerens, quem devoret,“ ſagte Schweſter Pru⸗ dence, die ſich auf ihre Latinität etwas zu gut that.
„Ganz richtilg, meine Schweſter, ſuchend, wen er verſchlinge; doch zum Glück: auf einen guten Wolf ein guter Haushund, und wir haben beherzte und verſtändige Diener. Die größte Wachſamkeit wird innen und beſonders außen geboten werden und ſtatt⸗ haben. Wir werden bald erfahren, wo dieſer ungläubige Kapitän wohnt; er wird keinen Schritt thun, ohne daß ihm einer von unſeren Leuten folgt; er wird ſehr fein, ſehr verwegen ſein müſſen, um etwas zu verſuchen,“


