—— ———
9
Ruchloſen zu lieben gewagt, werde er ſie ſogleich bei ſeiner Ankunft ins Kloſter bringen, und ſie müſſe Nonne werden.“
„Bls hierher, mein Bruder, ſehe ich nur Gluck für unſere Pläne; Alles ſcheint ſie zu unterſtützen.“
„Ja, meine Schweſter, — doch Sie rechnen ohne die Liebe von Dolores und ohne den entſchloſſenen Cha⸗ rakter dieſes verdammten Kapitäns. Er befindet ſich in Paris.“
„Welche Frechheit!“
„Er iſt zu Pferde, Station für Station, dem Wagen des Domherrn, ſo von Bordeaur bis Paris wie ein Geſandtſchaftscourier reitend, gefolgt. Dieſer Wüthende muß in der That eine eiſerne Conſtitution haben. Er hielt in den Gaſthöfen an, wo Don Diego anhielt, und während dieſer ganzen Reiſe nahmen die Liebäugeleien von Dolores und dem Kapitän ihren Fortgang, trotz der Verbote und der Zornausbrüche von Don Diegv. Konnte er dieſe unglückliche Vernarrte verhindern, aus dem Schlage zu ſehen? Konnte er dieſen Ungläubigen verhindern, auf der Landſtraße neben dem Wagen zu reiten?“
„Eine ſolche Frechheit iſt unglaublich, nicht wahr, mein Bruder?“
„Ich ſage Ihnen auch, man muß auf Alles bei einem ſolchen Raſenden gefaßt ſein. Er iſt nicht allein; einer von ſeinen Matroſen, ein wahrer Strauchdieb, hat ihn, hinter ihm reitend und ſich auf dem Pferde wie ein Affe auf einem Eſel anklammernd, begleitet, wie mir der Haushofmeiſter ſagt. Dieſer verteufelte Matroſe iſt zu Allem fähig, um ſeinen Kapitän, dem er ſehr er⸗ geben, zu unterſtützen. Das iſt noch nicht Alles. Zwanzigmal während der Reiſe hat Dolores ihrem Oheim entſchloſſen erklärt, ſie wolle keine Nonne werden, ſie wolle den Kapitän Horace heirathen, und dieſer würde ſie wohl, wenn man ſie zwinge, mit ſeinem Ma⸗


