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denn ich erinnere mich nun, daß mein Arzt, der Doctor Gaſterini „
„Ein abſcheulicher Atheiſt! ein Sardanapal!“ unterbrach Schweſter Prudence den Abbé Ledoux, in⸗ dem ſie die Hände zum Himmel erhob; „ich habe nie begriffen, warum Sie ſich von einem ſolchen Ungläu⸗ bigen behandeln ließen.“
„Ich werde Ihnen das eines Tags fagen, meine liebe Schweſter, aber glauben Sie mir, ich weiß, was ich thue. Und überdies iſt der Doctor Gaſterini, trotz ſeines hohen Alters, noch der erſte Arzt von Paris, wie er auch noch der erſte Gourmand der Welt iſt. Denn, wie ich Ihnen ſagte, meine Schweſter, ich er⸗ innere mich nun, von der Tafel eines ſpaniſchen Dom⸗ herrn ſprechen gehört zu haben, von einer Tafel, welche nach einer Correſpondenz, die der Doctor von Madrid erhalten hat, wahrhaft merkwürdig geweſen ſein ſoll. Ich vermuthete damals entfernt nicht, es handle ſich um Don Diego. Das iſt ührigens ein alberner und armſeliger Menſch, zugänglich für allen lächerlichen Aberglauben des Süden. Nach den Behauptungen des Haushofmeiſters wäre es auch leicht, dieſem ſchwelge⸗ riſchen Domherrn den Teufel in Fleiſch und Knochen zu zeigen.“
„Einen Augenblick Geduld, mein lieber Bruder: dieſer Aberglaube mißfällt mir durchaus nicht bei dem Domherrn.“
„Mir auch nicht, meine Schweſter; im Gegentheil: er iſt mir ſehr angenehm. Das iſt noch nicht Alles: durch einen Fond von mittelmäßiger Religion täuſcht ſich der Domherr gar nicht über die Unfläthigkeit der bei ihm vorherrſchenden Leidenſchaft. Er weiß, daß die Schlemmerei eine von den ſieben Todſünden iſt, er glaubt, dieſe Sünde müſſe ihn in die Hölle führen, und dennoch hat er nicht den Muth, ſeinem Laſter zu widerſtehen; er ißt mit Wolluſt. Nur, wenn er


