„Was ſagen Sie?
„Die Wahrheit. Dieſe Wahrheit habe ich erſt heute Morgen erfahren, und ich theile ſie Ihnen mit. Wollen Sie mir Ihre ganze Aufmerkſamkeit ſchenken.“
„Ich höre, mein Theuerſter.“
„Damit wir uns übrigens beſſer erinnern, und ſehr klar in unſeren Angelegenheiten ſehen, ſtellen wir den Stand der Dinge ſcharf heraus. Der den aus⸗ wärtigen Miſſionen beigegebene Pater Benedict, welcher ſich gegenwärtig in Cadir befindet, empfahl mir in einem Briefe vor ungefähr zwei Monaten ganz beſon⸗ ders den edlen Don Diego, Domherrn von Alcantara. Er ſollte ſich in Cadir nach Frankreich mit ſeiner Nichte Dolores Salcedo einſchiffen.“
„Sehr gut, mein lieber Bruder.“
„Der Pater Benedict fügte bei, er kenne hin⸗ reichend den Character und die Neigungen der Se⸗ nora Dolores Salcedo, um überzeugt zu ſein, ſie werde ſich leicht entſchließen, den Schleier zu nehmen, ein Entſchluß, der die Billigung von Don Diego, ihrem Oheim, erhalten würde.“
„Und da ſie die einzige Erbin des reichen Dom⸗ herrn ſein ſoll, ſo würde dem Hauſe, in das ſie ein⸗ träte, das Vermögen, welches ihr eines Tages zufällt, zu Gut kommen.“
„Das iſt es, meine liebe Schweſter. Ich habe auch ganz natürlich für die Senora Dolores an unſer Haus der heiligen Roſalia gedacht, und mit Ihnen über vieſe Pläne geſprochen.“
„Und ich bin ihnen beigetreten, denn, da ich einige nebung, einige Erfahrung in Betreff der jungen Mäd⸗ chen habe, ſo darf ich beinahe verſichert ſein, daß ich, durch die Ueberredung, dieſe unſchuldige Taube vor den Fallen einer verlockenden, verdorbenen Welt be⸗ ſchützen kann, indem ich ſie beſtimme, in unſerem Hauſe den Schleier zu nehmen. Das iſt ein doppelt gutes Werk: ein Mädchen retten und dem Nutzen der Armen


