Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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„Es ſei, mein Herr,“ ſagte Valentine aufſtehend⸗ „wir werden Jedes für uns handeln und wie es Ihnen gutdünkt.“

„Aber Madame ich kann doch nicht

„Sie ſind frei in Ihren Handlungen, mein Herr.“

„Vergebung 4

„Laſſen Sie, mein Herr!“

Herr von Luceval ſchwieg einen Augenblick, eine Beute des heftigen Kampfes ſeiner Eiferſucht, ſeines natürlichen Edelmuths und ſeiner Furcht, Frau von In⸗ freville möchte, wie ſie ihm gedroht, Florence vor der Gefahr in Kenntniß ſetzen, die ihr drohe; endlich ſiegte dieſe letztere Betrachtung, ja ſogar ein gewiſſes edleres Gefühl, und Herr von Luceval antwortete Valentine:

„Nun denn, Madame, Sie haben mein Wort . . .

„Gut, gut, mein Herr „ meine Ahnung ſagt mir, daß dieſer gute Entſchluß uns Glück bringen wird . denn, denken wir nur über das nach, was wir wiſ⸗

ſen

„Ah Madame, ah mein Gott, ich verlange nichts als hoffen zu dürfen

„Gerade von Hoffnungen will ich mit Ihnen ſpre⸗ chen

„Aber von welchen?“

„Nun, wenn Michel und Florenee ſich liebten, oder noch deutlicher geſagt, wenn fie zwei Liebende wären, wer würde ſie hindern, wie Mann und Frau zu leben . in irgend einer Einſamkeit der Provinz oder ſelbſt in Paris, wo man am meiſten nach ſeinem Behagen, wo man am verborgenſten leben kann?“

„Aber dieſe anſtoßenden Zimmer. iſt es nicht möglich, daß ſie mit einander in Verbindung ſtehen?“

„Wozu dieſe Vorſicht, dieſes Geheimnißvolle, dieſer Zwang, die mit dem Charakter Michels und Flo⸗ rences ſo wenig ſtimmen?“

„Wozu? nun, um ſich ohne Aufſehen zu ſprechen,

Madame.“