Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

Florence, willſt Du mich vor einem großen Un⸗ glück behüten?

Spyrich, ſprich . . . Bin ich nicht Deine Freun⸗ din, obgleich Du mich ſeit ſechs Monaten ſehr vernach⸗ läßigt haſt?

Ich hatte Unrecht; ich war vergeßlich, undankbar, und dennoch wende ich mich an Dich.

Es iſt der einzige Weg, Dir Verzeihung zu ver⸗ ſchaffen.

Florence, Florence! immer dieſelbe.

Geſchwinde, was kann ich thun?

Du haſt hier, was man zum Schreiben braucht?

Ja, dort auf dem Tiſche.

Schreibe, was ich Dir diktiren werde Ich flehe Dich an, dies allein kann mich retten. .

Dieſes Papier hat mein Namenszeichen. Iſt das gleichgültig?

Das iſt imGegentheil vortrefflich, da Du es biſt, die mir ſchreibt.

Nun, ſo diktire, Valentine, ich warte.

Frau von Infreville diktirte, wie folgt, mit beben⸗ der Stimme, wobei fie ſich von Zeit zu Zeit, durch die Aufregung überwältigt, unterbrach:

Ich war ſo glücklich über unſern guten, langen, geſtrigen Tag, der indeſſen in keiner Hinſicht dem Mitt⸗ woch nachſtand, ſo daß ich Dich auf die Gefahr, Dir läſtig und ſelbſiſüchtig zu erſcheinen, auch um den Sonn⸗ tag bitten will . . .

Um den Sonntag? wiederholte Florence, durch dieſen Eingang ſehr neugierig gemacht.

Frau von Infreville fuhr zu diktiren fort:

Unſer Programm wird daſſelbe ſein

Unterſtreiche Programm, fügte die junge Frau mit einem bittern Lächeln bei; dann diktirte ſie weiter:

Unſer Programm wird daſſelbe ſein; Frühſtück