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Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
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beunruhigt über die wichtigen Intereſſen, über welche Herr Pascal notbwendig zu entſcheiden hatte, vergaß er die Unverſchämtheit und die berechnete Bosheit dieſes Men⸗ ſchen, der einen herben Genuß darin fand, daß er ſein Opfer langſam alle Unannehmlichkeiten der Furcht und der Hoffnung durchmachen ließ.

Nach einigen Augenblicken ein neues Bangen beim Prinzen. Herr Pascal rief:

Unmöglich!. .. das iſt unmöglich. . . Für mich würde Alles durch den erſten Supplementarartikel auf⸗ gehoben. Das iſt ein Hohn.

Aber, mein Herr, rief der Prinz,ſprechen Sie ar!

Verzeihen Sie, Hoheit, in dieſem Augenblick leſe ich für mich .. Sogleich, wenn Sie wollen, werde ich für une Beide leſen.

Der Erzherzog ſenkte den Kopf, erröthete vor Entrü⸗ ſtung, ſchien entmuthigt und legte ſeine Stirne in eine von ſeinen Händen.

Herr Pascal warf, während er zu leſen fortfuhr, ver⸗ ſtohlen einen Blick auf den Prinzen und ſagte nach eini⸗ gen Augenblicken mit einem immer mehr zufriedenen Ton:

Das iſt wenigſtens eine Garantie .. eine ſichere .. unbeſtreitbare.

Und als der Prinz wieder Hoffnung zu faſſen ſchien, fügte er laut bei:

Leider iſt dieſe Garantie getrennt von

Er vollendete nicht und las ſtillſchweigend weiter.

Nein, ein Bittſteller in tiefer Bedrängniß, der einen hochmüthigen und zerſtreuten Protector anflehte. ein verzweifelter Entlehner, der ſich demüthig an einen auf⸗ geblaſenen Und wunderlichen Leiher wandte, ein Angeklag⸗ ter, der ſeine Begnadigung oder ſeine Verurtheilung in dem Blicke ſeines Richters ſuchte, fühlte nicht die Qualen, die der Prinz fühlte, während Herr Pascal die Note las, von der er Kenntniß nehmen mußte und die er bald auf den

Tiſch legte.

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