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„Damit meinen Sie Orſini, einen eben ſo verab⸗ ſcheuenswerthen, als verabſcheuten Menſchen .
„Und er hat auch das Aeußere ſeines Amtes; ich habe ihn in der Lombardei geſehen .„ welch ein lei⸗ chenartiges Geſicht „ wie unheimlich ſieht es aus! S habe ich mir ſo den Typus eines Inquiſitors vor⸗ geſtellt.“
„Nun wohl! die Marquiſe führte ihn auf den Ball des Cafino in Bologna, maskirt und verkleidet als Pan⸗ duren.“
„Der Cardinal⸗Legat als Pandur!“ rief man ein⸗ ſtimmig. „Ah! Ulrich, das iſt ein blaues Mährchen.“
„Wenn Ihr dieſen Brief geleſen und geſehen habt, von wem er unterzeichnet iſt, ſo werdet Ihr nicht mehr zweifeln, Ihr Ungläubigen,“ erwiederte Ulrich. „Ja, die Marquiſe ließ ſich von dem ſo verkleideten Orſini begleiten; dann, mitten auf dem Ball, riß ſie ihm die Maske vom Geſicht und ſagte mit lauter Stimme: „Gute Nacht, Cardinal Orſini!“ und wie eine Tolle lachend ver⸗ ſchwand ſie und überließ den Legaten dem Geziſche der gegen ihn aufgebrachten Menge. Er wäre Gefahr gelau⸗ fen ohne die bewaffnete Macht, die ihn beſchützte; am an⸗ vern Tag erhob ſich Bologna, um die Zurückberufung von Orſini zu verlangen, der nach zwei Tagen großer Aufre⸗ gung die Stadt nächtiger Weile zu verlaſſen genöthigt war. Zum Zeichen der Freudigkeit wurden am Abend alle Häu⸗ ſer beleuchtet: auf mehreren Transparenten ſah man, wie man mir ſchreibt, zwei verſchlungene M, die Chiffre der Marquiſe.“
„Und ſie, was iſt aus ihr geworden?“
„Man hat ſie nicht wiedergeſehen; ſie war nach Ve⸗ nedig abgereiſt,“ erwiederte Ulrich und zeigte dabei einen zweiten Brief; „hier war es, wie man mir ſchreibt, etwas ganz Anderes.“
„Welch eine Frau! welch eine Frau!“
„Wie iſt ſie denn“ „Sie haben ſie geſehen?“


