2 —
233
noch helliger als ein Ehrenwort.“ Und damit iſt noch nicht Alles zu Ende. Die Weigerung von Herrn Mon brachte die Mannſchaft ſo ſehr außer ſich, daß die Wüthendſten Ih⸗ rem Vater ſagten, wenn er die Fahrt ausſchlüge, würden ſie glauben, er hätte bange, ſich mit dem berühmten eng⸗ liſchen Kapitän zu ſchlagen. Er! Herr Mon.. bange! Und wiſſen Sie, Fräulein Sabine, was er hierüber mit einem traurigen Lächeln, das ich nie vergeſſen werde, ganz leiſe zu mir ſagte: „„Zum erſten Mal in meinem Leben iſt meine Zärtlichkeit für meine Tochter auf die Probe geſtellt wor⸗ den; nun, das ſchwöre ich, gibt es keinen Vater, der ſeine Tochter mehr liebt, als ich.““
„Oh! nein,“ rief Oneſime voll Begeiſterung, „es S auf der Welt keinen muthigeren und zärtlicheren
ater!“
„Fahren Sie fort, . oh! fahren Sie fort, Legoffin,“ ſprach Sabine, die von einer ünausſprechlichen Rührung ergriffen war.
„Bei dieſem Vorwurf der Feigheit, der im Grunde Herrn Mvon ſchmerzte, antwortete er kalt, ſein Entſchluß ſei gefaßt; dann folgte eine andere Scene. Die Kor⸗ ſaren ſchrieen: „„Führen wir den Kapitän mit Gewalt an Bord, der Lieutenant wird die Fahrt machen, und iſt der Kapitän einmal im Angeſicht des Lieferanten der Pontons, ſo wird er ſich wohl entſchließen, dafür ſtehen wir.““
„So ſehr ich mich mit zwei oder drei Andern an⸗ ſtrengte, dieſe Wüthenden zur Vernunft zu bringen, weiß ich doch nicht, dergeſtalt hatte ſich die Mannſchaft, erhitzt, was geſchehen wäre, hätte nicht ein Hafenbeamter, der wußte, daß der Kapitän des Höllenbrands in der Schenke war, herbeilaufend dieſem gemeldet, ein Fiſcher⸗ boot habe die Nachricht gebracht, ein großer Schooner
von verdächtigem Ausſehen lavire vor dem Strand, als
wollte er eine Landung auf der Küſte verſuchen, wie dies
ſeit einigen Tagen auf anderen Punkten geſchehen war.
Der Hafenbeamte forderte den Kapitän des Höllen⸗ Die ſieben Todſünden UI. Abthl. 15


