Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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„Ja oh! welche Nacht! welche Nacht!“

„Ich erinnere mich aber auch mit einer Miſchung von Angſt und Bewunderung der Unerſchrockenheit, die Du in dieſer gräßlichen Nacht gezeigt haſt.“

„Wozu hievon ſprechen?“

„Wozu? Weil mir das mein Herz vor Stolz ſchla⸗ gen macht! Liebes, braves Kind, ich höre Dich noch ſagen: „„Sie kommen, die Flucht iſt uns unmöglich, ich kann Euch vor der Gefahr nicht bewahren, denn lei⸗ der hindert mich mein Gebrechen, ſie zu ſehen, doch ich kann Euch wenigſtens einen Wall aus meinem Leib machen.““ Und Du bewaffneteſt Dich mit der eiſernen Stange von einem der Fenſterläden und ſtürzteſt nach der Thüre in dem Augenblick, wo man ſie erbrach, und hier, mein ar⸗ mer Freund, haſt Du einige Minuten alleln den Eingang unſeres Zimmers mit übernatürlicher Beherztheit und Stärke vertheidigt.“

„Ich bitte Sie, meine gute Tante, genug, genug über dieſen Gegenſtand.“

„Wie! genug! während es, wenn ich Dich verwun⸗ det ſehe, mein einziger Troſt iſt, mich Deines aufopfernden Muthes zu erinnern. .. Nein, neinz es macht mir Freude, zu wiederholen, daß die Tapferkeit der Entſchloſſenſten vor der Deinigen erblichen wäre. In der Einfaſſung der Thüre, die Du vertheidigteſt, verſchanzt, war die eiſerne Stange, die Du ergriffen, in Deinen Händen eine furcht⸗ bare Waffe geworden, und obgleich Dein ſchlechtes Geſicht Dich verhinderte, Deine Streiche gut zu lenken, ſielen voch Alle, die ſich dem Bereiche Deines Armes näherten, zu Deinen Füßen nieder.“

„Ah! wie groß mußte während des Kampfes von einigen Augenblicken die Angſt von Fräulein Sabine ſein! ein ſolches Schauſpiel für ſie, die ſo furchtſam .. . das hieß tauſendmal ſterben...“ .

„Du irrſt Dich, mein Freund.“

„Was ſagen Sie?“

„Ihre Feſtigkeit war unbegreiflich ja „ und