Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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derte Jenny lächelnd,es iſt nicht meine Sanftmuth, es iſt ſeine Liebe für mich, was meinen Mann verwandelt und ihn ſo holdſelig für mich macht, und dann hören Sie, es iſt vielleicht garſtig, was ich ſagen will . . . Suſanne, ich kann mich zuweilen nicht erwehren, ſtolz zu ſein, wenn ich bedenke, daß ich immer nur Sanftheit und Zärtlichkeit bei dieſem ſo unbezähmbaren und heftigen Charakter ge⸗ funden habe.

In der That, Madame, man kann kein beſſeres Herz haben, als der Herr, und es muß, wie Sie ſagen, ſein Temperament ſein, was ihn unwillkührlich fortreißt, denn leider braucht es bei dieſen Charakteren nur ein Nichts, einen Vorwand, um einen furchtbaren Ausbruch herbei⸗ zuführen.

Das iſt ſo wahr, Suſanne, daß der arme YMvon, um ſich keiner Gefahr dieſer Art auszuſetzen (und ich ge⸗ ſtehe, ich ermuthige ihn in dieſer Vorſicht mit allen meinen Kräften), jeden Abend hier bei mir zubringt, ſtatt, wie ſo viele Andere, ſein Vergnügen und ſeine Zerſtreuung in öffentlichen Kreiſen zu ſuchen, wo ihm ſein böſer Kopf ſchlimme Streiche ſpielen könnte.

Hören Sie, Madame, ſagte Suſanne, die nun end⸗ lich eine Gelegenheit fand, ihre Gebieterin aufzufordern, ſie möge ihren Gatten bewegen, nicht auf den Ball zu gehen, wo ſeine Gegenwart ſo viele Stürme erregen könnte, ich denke wie Sie, es ſeh für Ihre Ruhe und für die des Herrn zu wünſchen, daß er alle Gelegenheiten, in Zorn zu gerathen, vermeide . . wenn Sie mir glauben wollen, Madame, ſo iſt auch . . .

Nun, Suſanne, warum unterbrechen Sie ſich, was haben Sie?

Madame, weil . . .

Sprechen Sie.

Mein Gott, Madame, befürchten Sie nicht, der Maskenball heute Abend ..

Nun?