Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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In dem Augenblick, wo die drei Mädchen weggehen wollten, trat eine andere Perſon in das Speiſezimmer.

Ah! hier kommt Herr Legoffin, riefen die Arbei⸗ terinnen mit ſpöttiſchem, vertraulichem Ton.Ei! guten Tag, Herr Legoffin. Wie befindet ſich Herr Legoffin?

Der Eintretende war ein Mann von ungefähr vierzig Jahren, hoch gewachſen und außerordentlich mager; er hatte eine ſehr lange, an ihrem Ende leicht aufgeſtülpte Naſe, was beſonders dazu beitrug, ihm eine ſeltſame Phy⸗ ſiognomie zu verleihen; dabei war ſein Teint ſo bleich, ſein völlig bartloſes Geſicht ſtets ſo unempfindlich, daß man hätte glauben ſollen, es wäre die mit Mehl be⸗ ſtreute Larve von Pierrot; zwei kleine, ſchwarze, durch⸗ dringende Augen, denen es nicht an einer gewiſſen Bosheit gebrach, belebten allein dieſes blaſſe Antlitz mit einer ver⸗ ſchmitzten Gutmüthigkeit; eine kleine, kurze, runde, ſchwarze Perrücke, welche von fern einer ſeidenen Kopfbinde glich, vermehrte noch die faſchingsartige Aehnlichkeit, von der wir ſprechen; ein langer grauer Ueberrock mit filbernen Knöpfen, eine haſelnußfarbige, am Knöchel mit einer Schnur gebundene Hoſe, welche blau und weiß geſtreifte Strümpfe ſehen ließ, worauf Schuhe von ſchwarzem Leder mit breiten filbernen Schnallen ſich bemerkbar machten,

der Hand einen alten Dreiſpitz hieit. kachdem er zwanzig Jahre im Dienſte von Herrn Cloareks Vater geblieben, war Legoffin nach dem Tod des letzteren bei dem Sohn eingetreten, den er als Kind geſehen und nun mit vollkommener Ergebenheit bediente. Unſer Mann wurde, wie geſagt, hei ſeinem Eintritt von den Arbeiterinnen mit den mit ſpöttiſchem Ton aus⸗

geſprochenen Worten begrüßt:

Ah! hier kommt Herr Legoffin. Ei! guten Tag, Herr Legoffin.

Ohne ſich ſeiner gewöhnlichen Kaltblütigkeit zu bege⸗ ben, legte Hert Legoffin ſeinen Regenſchirm und ſeinen