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der Sollicitant; dann blinzelte er abermals mit den Au⸗ gen, ſteckte die Hand in eine von den Taſchen ſeiner Filz⸗ weſte, zog eine Rolle heraus, nahm ſie zwiſchen ſeinen Daumen und ſeinen Zeigefinger, wies ſie Yvon und ſagte mit einem verſchmitzten Lächeln:
„Hlerin find fünfzig gute alte Louisd'or .. das iſt das Angeld für die Freiſprechung meines Jungen. fünfzig weitere kommen nachher.“
Viele Vorgänge, viele Umſtände berechtigten gleichſam zu dieſem unwürdigen Beſtechungsverſuch; denn auf die Strenge der erſten ſo glorreichen Jahre der Republik war eine beklagenswerthe Schlaffheit in den öffentlichen Sitten gefolgt; unſer Sollicitant, der ſich ſeiner Sache ſicher glaubte, legte auch die Rolle triumphirend auf die Ecke eines in ſeiner Nähe ſtehenden Schreibtiſches.
Durch dieſe Beleidigung ganz außer ſich, das Geſicht purpurroth vor Zorn, war Cloarek im Begriff, ſich einem furchtbaren Wuthanfall zu überlaſſen, aber ſeine Blicke fielen auf ein an der Wand hängendes Portrait ſeiner Frau, er bedachte, daß ſie durch den Lärmen aufgeweckt und er⸗ ſchreckt werden könne, denn ſie ruhte in einem Zimmer, das über dem Cabinet lag, in welchem die Scene, von der wir ſprechen, vorfiel, und mittelſt einer übermenſch⸗ lichen Anſtrengung gelang es Yvon, ſich zu bezwingen; er ergriff ſeinen Hut und ſagte mit bebender Stimme zu dem Landmann:
„Nehmen Sie Ihr Geld zurück . . wir werden außen weiter hievon ſprechen.“
Dann hieß er den Landmann durch ein Zeichen ihm folgen und verließ haſtig ſeine Wohnung.
Der Landmann, der ſich einbildete, der Beamte, den er zu verführen gedachte, wolle lieber anderswo, als in ſeinem Hauſe über die Beſtechung verhandeln, ſteckte die Rolle Louisd'or in ſeine Taſche, nahm ſeinen dicken kno⸗ tigen Stock und folgte Cloarek, deſſen Züge zu betrachten er nicht die Muße hatte, denn ihr Ausdruck müßte ihn erſchreckt oder ſogar Verdacht bei ihm erregt haben.


