„Ich wollte Anfangs nicht dahin gehen, denn meine Frau iſt ein wenig leidend,“ erwiederte Yon; „doch ſie iſt ſo ſehr in mich gedrungen, damit ich mir dieſe Zer⸗ ſtreuung erlauben ſoll, daß ich mich entſchloſſen habe, und ich werde meiner Treue einen Augenblick erſcheinen, um dieſen Anblick zu genießen.“
„Heute Abend alſo?“
„Heute Abend.“
Wvon kehrte nuch Hauſe mit dem Gefühle zurück, er würde ſeine Frau und ſeine Tochter mit verdoppelter Zärt⸗ lichkeit umarmen.
Auf der Schwelle ſeiner Thüre hielt ihn eine Diene⸗ rin zurück, die zu ihm ſagte:
„Mein Herr, in Ihrem Cabinet iſt ein Mann, ver in einer ſehr dringenden Angelegenheit auf Sie wartet.“
„Gut meine Frau hat nicht nach mir verlangt, ſeitdem ich ausgegangen bin?“
„Nein, Herr. .. Dame Robert iſt ſo eben von Ma⸗ dame herabgekommen, welche den Befehl gegeben, daß man nicht bei ihr eintreten dürfe, ehe ſie geläutet, denn ſie will es, wie ſie geſagt hat, verſuchen, dieſen Morgen ein wenig zu ſchlafen.“
„Seid beſorgt, Euch nach ihren Befehlen zu richten,“ ſagte Cloarek; und er irat in ſein Cabinet ein, wo ihn ein Fremder erwartete.
Es war ein großer, ſtarker Mann von ungefähr vier⸗ zig Jahren, mit gemeinem Geſicht, herkuliſchem Aeußeren, und als Landmann gekleidet; er grüßte WMvon ziemlich linkiſch und ſagte mit einer möglichſt freundlichen Miene:
„Sie find Herr Cloarek, der Richter?“
„Ja, mein Herr.“
„Ich, Herr Richter, bin befreundet mit Vater Leblane von Gien, der Sie kennt.“
„Ich habe in der That dieſem würdigen Mann einige Dienſte geleiſtet; wie geht es ihm 7“
„Sehr gut, Herr Richter; er ſagte zu mir: „„Du


