Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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„Gut, Madame ich werde kein Sterbenswört⸗ chen darüber äußern.“ S

„Wenn Frau von Pont⸗Brillant wieder hierherkäme, ſo werdet Ihr, mag ich zu Hauſe oder nicht zu Hauſe ſein, ſtets ſagen, ich ſei abweſend.“

„Wie, Madame, Sie weigern ſich, eine ſo vornehme Dame zu empfangen?“

„Meine gute Marguerite, ich bin keine vornehme

Dame, und ich wünſche keine andere Geſellſchaft, als die von Perſonen meines Standes . .. Verſteht mich alſo wohl, ich bin nie zu Hauſe, wenn Frau von Pont⸗Bril⸗ lant wieder kommt, und mein Sohn darf durchaus nichts von ihrem heutigen Beſuche erfahren.“ 9 3Gut, gut, Madame verlaſſen Sie ſich auf mich. Madame Baſtien ſuchte vergebens den Zweck dieſes Beſuches zu errathen, über den ſie um ſo mehr erſtaunt war, als ihrem Geiſte der Gedanke an den Haß von Fre⸗ derik gegen den Marquis von Pont⸗Brillant ſiets gegen⸗ wärtig blieb.

Am andern Morgen theilte Marie dieſen Vorfall David mit; er bemerkte zwei Dinge, welche Madame Baſtien, obgleich unter einem andern Geſichtspunkt, auch aufgefallen waren.

„Hören Sie, was ich glaube, Madame,“ ſagte Da⸗ vid. „Daß ſie ein Glas Waſſer verlangte, war nur ein Vorwand, um ein Geſchenk geben zu können, das eine Verſchwendung wäre, verbärge es nicht einen Hinterge⸗ danken .. Frau von Pont⸗Brillant fügte ſich auch darein, das Glas Wein zu trinken oder von ihrer Ge⸗ fährtin trinken zu laſſen, ohne Zweifel, um Marguerite nicht zu demüthigen, eine Zartheit, die mir ſonderbar bei einer Frau wie die Margquiſe vorkommt, welche überdies die Gelegenheit, außerordentlich freigebig im Namen ihres Enkels zu ſein, nicht verlieren wollte. Dann verſpricht Frau von Pont⸗Brillant, oft hierherzukommen. . aber...“ „Aber ſie will mir nicht beſchwerlich ſein und