Erſtes Rapitel.
Als David mit Madame Baſtien allein war, ſchwieg er einige Augenblicke, um ſich zu ſammeln, dann ſprach er mit innigem Tone:
„Madame, wollen Sie in mir einen Arzt ſehen, der eine vielleicht ſehr ſchwierige, aber keines Wegs verzweifelte Kur unternimmt . . . Ich erwarte von Ihrem Vertrauen eine umſtändliche Erzählung aller Ereigniſſe, von den kin⸗ diſchſten bis zu den wichtigſten, welche ſtattgefunden, ſeit⸗ dem Sie im Charakter von Frederik die Veränderung wahrgenommen haben, die Sie ſo troſtlos macht .. Unſer Freund, der Doctor Dufour, hat mir ſchon einige Mittheilungen gemacht, doch was Sie mir ſagen können, wird mich ohne Zweifel noch genauer belehren.“
Die Erzählung, welche Marie mit ihrer gewöhnlichen Aufrichtigkeit gab, war ihrem Ende nahe, als der Doctor Dufour zurückkehrte.
„Nun! und Frederik?“ fragte raſch die junge Frau.
„Als er von hier wegging, wanderte er dem Eichen⸗ wäldchen zu,“ erwiederte der Arzt. „Ich folgte ihm; er ſprach wenig, aber mit jener Miſchung von Sanftmuth und Niedergeſchlagenheit. Nachdem er einige Male auf⸗ und abgegangen war, kehrte er in das Haus zurück; da er das Zimmer nicht verlaſſen kann, ohne von Marguerite geſehen zu werden, ſo würde dieſe kommen und Sie benach⸗


