Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Wakefield und vor ſich ein Blatt Papier, das beinahe voll war.

Frederik, gib mir das Wörterbuch, ſagte Madame Baſtien, ohne die Augen aufzuſchlagen und indem ſie ihre reizende Hand gegen ihren Sohn ausſtreckte.

Oh! das Wörterbuch, rief Frederik, mit dem Ton ſpöttiſchen Mitleids lachend,kann man genöthigt ſein, ſeine Zuflucht zum Wörterbuch zu nehmen!

Und er reichte ſeiner Mutter den Band, doch nicht ohne die hübſche Hand zu küſſen, die auf das Buch wartete.

Den Kopf immer geſenkt, lächelte Marie nur, ohne zu antworten; dann während ſie ihrem Sohn einen Blick von unten zuwarf, der das Azur ihrer großen blauen Augen noch durchſichtiger erſcheinen ließ, nahm ſie ihren elfenbeinernen Federnhalter zwiſchen ihre kleinen Zähne und fing an raſch in dem Wörterbuch zu blättern.

Frederik benützte dieſen Augenblick der Unachtſamkeit, erhob ſich von ſeinem Stuhl, ſtützte ſich mit beiden Händen auf den Tiſch, und neigte ſich vorwärts, um zu ſehen, wie weit ſeine Mutter in ihrer Ueberſetzung wäre.

Ah! Frederik, Du willſt von mir abſchreiben, ſagte heiter Marie, indem ſie das Wörterbuch niederlegte und mit ihren kleinen Händchen ſehr mühſam das Blatt be⸗ deckte, um es den Augen ihres Sohnes zu entziehen. Ah! ſiehſt Du? Diesmal habe ich Dich ertappt.

Nein, antwortete Frederik, ſich wieder niederſetzend, nein, ich verſichere Dich, ich wollte nur ſehen, ob Du ſo weit vorgerückt wäreſt, als ich.

Ich weiß nur, daß ich fertig bin, antwortete Ma⸗ dame Baſtien mit triumphirender Miene, während ſie raſch noch ein paar Worte ſchrieb, nachdem ſie das Wörterbuch um Rath gefragt hatte.

Wie ſchon! fragte Frederik demüthig. In dieſem Augenblick ſchlug die fünfte Stunde auf einer alten Uhr in einem eingelegten Gehäuſe, das ſechs Fuß hoch war und in einer Ecke des Studirzimmers ſtand.