Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Mittel erlangt hatte, werden vielleicht kindiſch erſcheinen, aber ſie ſind bezeichnend, als der Ausdruck von einer der tauſend Nuancen der mütterlichen Liebe.

Ja . . eine junge Frau von ſechzehn Jahren, mit fünfzehn und einem halben Jahre verheirathet, ſeit ihrer Verheirathung in dieſe Einſamkeit verbannt, hatte eine ſolche Verwandlung bewerkſtelligt.

Einzig und allein im Gedanken an ihr Kind, einzig in der Bemühung, dieſes mit lachenden Gegenſtänden, mit erfreulichen Anſichten, mitten in der Einſamkeit, in der es leben ſollte, zu umgeben, hatte ſich der Geſchmack der jungen Frau entwickelt; jede von den reizenden Neuerun⸗ gen, die ſie an dem Anfangs ſo traurigen, ſo zurückſtoßen⸗ den Aufenthaltsort vornahm, war gleichſam nur ein Rah⸗ men, worin ſpäter das Bild eines theuren, ſehnſüchtig erwarteten kleinen Geſchöpfes glänzen ſollte.

Auf dem Raſen des inneren, ſorgfältig geſchloſſenen Gartens könnte das Kind zuerſt, wenn es noch ganz klein wäre, ſich erluſtigen; die ländliche Vorhalle würde ſeinen Spielen beim Regenwetter, oder bei zu glühender Hitze ſchützendes Obdach gewähren, während die mit grünem Gitterwerk, mit Blumen und Blättern überzogenen Wände des Häuschens ſeinen Blick erquicken müßten.

Später, wenn es größer würde, könnte es unter dem mütterlichen Auge auf dem Raſen des ſchattigen Gehölzes umherlaufen und ſich damit ergötzen, daß es auf das ſanfte Gemurmel des Waſſerfalls lauſchen oder ſeine ſilbernen Blaſen durch das mit Moos bedeckte Felsgeſtein glänzen und entfliehen ſehen würde; da der durchſichtige, nun überall zwei Fuß tiefe Bach dem Kind keine Gefahr böte, ſo könnte es ſich an heißen Sommertagen in ſeiner friſchen reinen Welle, die durch Kiesſand fiekerte, baden.

Hierin wle unter vielen andern Umſtänden hatte, wie man ſpäter ſehen wird, eine Art von Offenbarung, welche die junge Mutter leitete, dieſer den Gedanken

um geringe Koſten den ſchmutzigen, verfallenen Pachthof

in ein reizendes Cottage zu verwandeln.