Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Bald vernahm man neues, diesmal beinahe wüthendes Klopfen; Madame Moufflon zog die Schnur, und ein Bedienter in brauner Livree, mit himmelblauem Kragen, vermehrte dieſe Anhäufung von Lackeien und rief:

„Iſt man denn hier taub oder tovt? Das Thor ge⸗ öffnet, he! das Thor!“

Herr Bouffard faßte ganz beſtürzt einen heldenmü⸗ thigen Entſchluß.

Während die Portisre ſich anſchickte, bei Herminie ihre ariſtokratiſchen Beſuche zu melden, entſchloß ſich der Erſpezereihändler, die zwei Flügel des Thorwegs zu öffnen, und er hatte kaum Zeit, ſich an die Mauer zu drücken, um nicht von der breiten Bruſt zweier großer, herrlicher, an ein zierliches Coupé geſpannter Grauſchimmel getroffen zu werden, welche ungeſtüm eintraten und, geſchickt geführt von einem dicken Kutſcher mit Perücke, auf ein Zeichen von einem der Bedienten, welcher vor der Thüre von Her⸗ minie ſtand, anhielten.

Ein kleiner Buckeliger und ein beleibter Mann, Beide ſchwarz gekleidet, ſtiegen aus dieſem funkelnden Wagen aus, und Madame Muufflon beeilte ſich, der Pianiſtin von Herrn Bouffard zu melden:

„Herr Lervi, Notar!“

„Der Herr Prinz Herzog von Haut⸗Martel!“

Kaum war der erſte Wagen aus dem Hof gefahren, als eine ſehr ſchöne, mit Wappen verzierte Berline ein⸗ fuhr; zwei Frauen und ein junger Mann ſtiegen aus dieſem Wagen aus, und Madame Muufflon, die im Schlaf zu wandeln glaubte, meldete abermals der Pianiſtin von Herrn Bouffard:

„Die Frau Herzogin von Sennelerre!

„Fräulein Bertha von Senneterre!

„Der Herr Herzog von Senneterre!“

Ein eleganter Brougham folgte auf die zwei erſten Wagen, eine neue Perſon ſtieg aus, und Madame Muuff⸗ lon meldete:

Die ſieben Todſünden. 11I. 15