Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Ihnen, wie es ſcheint, vor Kummer und Schmerz übel geworden iſt, als Sie in der Kapelle der Jungfrau be⸗ teten, ſo daß Ihre guten Freunde, die Küſter, Sie ohn⸗ mächtig, beinahe ſterbend .. . in ihre Sacriſtei trugen .. ein freches Gaukelſpiel von Ihrer Seite, das mich be⸗ luſtigt haben dürfte, hätte es mich nicht empört.“

Einen Augenblick niedergeſchmettert durch dieſen An⸗ griff, fand der Schützling des Abbé Ledour bald ſeine Un⸗ verſchämtheit wieder und entgegnete voll Salbung:

„Jedermann, mein Herr, wird einſehen, daß ich auf einen ſo unfaßlichen, ſo betrüblichen Angriff weder ant⸗ Lorten darf, noch kann .. das Geheimniß der Gebete iſt heilig. . .“

„Das iſt wahr,“ ſprachen mehrere Stimmen . . „Herrn von Maillefort iſt nichts heilig.“

„Ein ſolcher Ausfall iſt bedauerlich.“

„Das hat man noch nie geſehen u. ſ. w.“

Herr von Macreuſe war, wie alle Leute ſeiner Art, ſtets von zahlreichen Parteigängern unterſtützt, dieſe Par⸗ teigänger hatten natürlich den größten Widerwillen gegen Herrn von Maillefort, deſſen höhniſcher Geiſt Alles, was falſch und feig war, unbarmherzig verfolgte. Es erhob ſich auch ein mißbilligendes Crescendo auf die harten Worte des Marquis.

„Man hat keinen Begriff von einer ſo betrüblichen Scene,“ ſagten die Einen.

„Das iſt ein unerhörter Scandal,“ ſagten die Anderen.

„Eine Rohheit ohne Gleſchen,“ fügten wieder An⸗ dere bei.

Ohne im Mindeſten aus der Faſſung zu kommen, ließ der Marquis dieſen Sturm vorübergehen, und wieder keck und ſicher gemacht, ſprach der Macreuſe mit frecher Stimme:

„Die Theilnahme, welche mir ſo viele ehrenwerthe Perſonen bezeigen, mein Herr, überhebt mich der Unan⸗ nehmlichkeit, dieſes Geſpräch länger fortzuſetzen, und ..