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Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Pierundzwanzigſtes Rapitel.

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Herr von Maillefort erwartete die Rückkehr von Her⸗ minie mit einer ſeltſamen Beklommenheit, indem er ſich fragte, welch ein unerklärlicher Umſtand dieſes Mädchen in die Nähe von Fräulein von Beaumesnil habe bringen können.

Der Marquis wünſchte dieſe Annäherung, wie man bald ſehen wird; doch der Buckelige hatte ſie nicht ſo be⸗ abſichtigt; die Gegenwart von Erneſtine bei Herminie, die

Heimlichkeit, mit der ſie ſich nothwendig, um in dieſes

Haus zu gehen, hatte umgeben müſſen, die Verſchwiegen⸗ heit, um die ihn Fräulein von Beaumesnil mit ſo flehender Miene gebeten hatte, eine Verſchwiegenheit, die er nach ſeinem, wenn auch nicht mündlich ausgedrückten, Ver⸗ ſprechen halten wollte und mußte, dies Alles trug dazu bei, im höchſten Grad die Neugterde, das Intereſſe und beinahe die Unruhe von Herrn von Maillefort zu erregen, der aus ſo vielen Gründen eine väterliche Beſorgniß für Fräulein von Beaumesnil hegte.

Als Herminie zurückkehrte und ſich bei ihm entſchul⸗

vigte, daß ſie ihn ſo lange habe warten laſſen, ſagte der

Marquis mit der allernatürlichſten Miene:

Ich wäre troſtlos, mein liebes Kind, wenn Sie mich nicht mit der Vertraulichkelt behandeln würden, auf welche wahre Freunde Anſpruch zu machen haben; es kann übri⸗ gens nichts einfacher ſein, als daß Sie eine Ihrer Ge⸗ fährtinnen zurückbegleiten, denn dieſe junge Perſon iſt, wie ich vorausſetze ..5

Eine meiner Freundinnen, mein Herr, oder vielmehr meine beſte Freundin .

Oh! oh! ſagte der Marquis lächelnd,das iſt ohne Zweifel eine ſehr alte Freundſchaft?

Im Gegentheil, eine ſehr neue, denn dieſe Freund⸗ ſchaft iſt ebenſo plötzlich geweſen, als ſie aufrichtig

und ſchon erprobt iſt.