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was geſehen, noch etwas geleſen, wodurch bei uns der Verdacht hälte erregt werden können, Herr von Beau⸗ mesnil oder Frau von Beaumesnil habe ein natürliches Kind hinterlaſſen.“
Mit unendlich viel Takt und Scharffinn begabt, war Herr von Maillefort mit Recht von der völligen Unwiſſen⸗ heit von Frau von la Rochaigue in Beziehung auf die natürliche Tochter, welche die Gräfin ſeiner Vermuthung
nach gehabt haben mußte, überzeugt; zu ſeinem Kummer
ſah er die Fruchtloſigkeit ſeines neuen Verſuches, und er verzweifelte beinahe daran, den letzten Willen von Frau von Beaumesnil vollziehen zu können, da er nicht wußte, wie er dieſes unbekannte Kind wiederfinden ſollte.
Ohne zu bemerken, wie der Buckelige ganz mit ſei⸗ nen eigenen peinlichen Gedanken beſchäftigt war, fuhr Frau von la Rochaigue fort:
„Man ſagt übrigens ſo unbegreifliche Dinge in Be⸗
ziehung auf dieſe Erbſchaft. .. Hat man nicht auch von
eben ſo bizarren als großartigen Legaten geſprochen, welche die Gräfin gemacht haben ſoll!“
„Wahrhaftig?“
„Das find abermals Geſchichten aus einer fabelhaf⸗ ten Welt,“ ſprach Frau von la Rochaigue mit einem nicht zu verkennenden Ton der Anſchwärzung, denn ſie war ſtets ſehr feindſelig gegen Frau von Beaumesnil ge⸗ ſinnt geweſen; „die Gräfin hat ein paar alten Dienern ſehr kärgliche Ruhegehalte ausgeſetzt und wohl auch ihren andern Dienſtboten ein kleines Gnadengeſchenk vermacht ..
Hierauf beſchränken ſich die ſo herrlichen Legate.. Nur
hätte die Gräſin,“ fügte Frau von la Rochaigue mit ver⸗ voppelter Bitterkeit bei, „nur hätte die Gräfin, da ſie ge⸗ rade in der Laune der Großmuth war, nicht ſo undankbar ſein ſollen, ein armes Mädchen zu vergeſſen, dem ſie doch einige Erkenntlichkeit ſchuldig war.“
„Wie ſo?“ fragte der Marquis, genöthigt, ſeine pein⸗ lichen Gefühle zu verbergen, als er die Baronin auf die


