286
dend, — „Sie befinden ſich im Irrthum . es iſt ganz und gar nicht ſo.“
„Ei wie, meine Frau hat nicht ...
„Nein, ſage ich, nein . die erſte Liebe meines jungen Herrn hat nicht Ihrer garſtigen Madame gegolten. es iſt ſehr kühn von mir, daß ich von ſolchen Dingen zu ſprechen wage aber was wahr iſt bleibt wahr wenn man es weiß, ſo muß man es ſagen und ich ich“ „Welche Wahrheit, mein lieber Julian?“ fragte Clemence Hervé mit dem größten Intereſſe: „ſprich, genire Dich nicht.“
„Nun wohl, Madame, die erſte Perſon, die Herr Philipp geliebt hat, iſt die berühmte Maria Saint⸗ Clair geweſen,“ antwortete Julian, der nicht die mindeſte Ahnung von der Anweſenheit der jungen Muſe hatte. „Herr Philipp hat es mir anvertraut!“
„Was ſagſt Du?“ verſetzte Clemence Hervé leb⸗ haft, indem ſie mit einer unausſprechlichen Hoffnung Philipp anſchaute, der die Ausſage ſeines Schülers durch ein ausdrucksvolles Nicken beſtätigte. — „Mein Sohn hat alſo .4
„Er hat die berühmte Maria Saint⸗Clair leiden⸗ ſchaftlich geliebt, ohne ſie zu kennen,“ — antwortete Julian. — „Sie mußten ihn von ihr ſprechen hören, wir declamirten ihre Verſe . ich beſonders das Gedicht über die Marſeillaiſe .. ich hatte es auswendig gelernt, weil es zur Ehre meines jungen Herrn geſchrieben war. Er ſuchte ſich von dieſer an⸗ betungswürdigen Perſon ein Bild zu machen. Er träumte von ihr, er konnte nicht möhr ſchlafen. Kurz, er hatte ſich, wie er mir ſagte, ſterblich in ſie ver⸗


