Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32 Teller herumſtanden, deßgleichen umgeworfene Stühle verkündeten, daß das Frühſtück in eine Orgie aus⸗ geartet hatte; überdieß war die Atmoſphäre des Speiſeſaals mit ſcharfen Tabaksgerüchen geſchwängert.

Angelique riß ſchnell die Fenſter auf und ſagte:

„Dieſer verdammte Tabaksgeſtank da! Ach wenn der ſelige Herr Doctor aus der andern Welt wie⸗ derkehrte . . . was für ein Geſicht würde er machen, der arme liebe Herr!“

Und als ſie die Unordnung auf dem Tiſch er⸗ blickte, fügte Angelique hinzu:

„Welche Verſchwendung! Da ſind vier Flaſchen Champagner entkorkt; man hat höchſtens ein Glas von jeder getrunken. Dieſe Mäßigkeit läßt ſich da⸗ durch erklären, daß ein Dutzend andere gänzlich leer ſind . . . Im Uebrigen, was geht es eigentlich mich an? ich habe ſeit dem Tod des ſeligen Herrn

Doctors ganz andere Dinge geſehen und mir kein

Wörtchen erlaubt. Ich will meinen Platz nicht verlieren, denn ich würde keinen andern finden, da ich alt bin . . . Dienſtboten, die ſichs einfallen laſ⸗ ſen Sachen zu ſehen, die ſie nicht ſehen ſollen.

welche die Augen offen halten, wenn ſie ſie ſchließen ſollten, müſſen ihre Unvorſichtigkeit und ihre Manie

ihrer Herrſchaft Lehren geben zu wollen immer theuer bezahlen. Ich will durchaus auf meinem Platz bleiben; ich werde daher wie gewöhnlich

meine kleinen Beobachtungen für mich behalten. Was könnten ſie auch helfen? Dieſe arme Madame würde nicht darauf hören; ſie iſt gut wie das liebe Brod, leichtgläubig wie ein Kind; ſie glaubt ſich

noch immer im vollen Honigmond und findet es