Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

241 Ernſte ihre plumpen Schmeicheleien, wenn ſie ihm

Du biſt ein ſehr ſchöner Mann, und trotz Dei⸗

ſagte: ner vierzig Jahren bin ich ganz in Dich vernarrt. Sodann ſind die Heuchler, gewöhnt an die Ach⸗

tung, an die Ehrerbietung, die ſie geſchickt mittelſt ihrer Verſtellung erſchleichen, mehr als irgend Jemand für die Verachtung, für die Lächerlichkeit empfindlich: woraus folgt, daß der Carabinier, der ſeinen Wein trank und Charlotte den Hof machte, Herrn Verneuil mit einer gräßlichen Lächerlichkeit gleichſam bedeckte.. Seine raſende Liebe machte ihn endlich unbändig eifer⸗ 1 ſüchtig, und gerade in dem Augenblicke, wo er ſeine Frau tödtlich zu treffen hoffte, um ſeine Dienerin zu heirathen, erdreiſtete ſich dieſe Meſſalina u. ſ. w. Niedergeſchmettert durch ſo viele Täuſchungen, fühlte Herr Verneuil das Blut nach ſeinem Herzen mit einer ſtürmiſchen Heftigkeit fließen, und als nach einiger Ueberlegung Charlotte, ſicher der Herrſchaft über ihren Herrn und entſchloſſen, ihm, wie man im 3 gemeinen Leben ſagt, den Stuhl vor die Thüre zu ſetzen, keck in ſein Zimmer eintrat, fand ſie den Elen⸗ dden auf dem Boden ſitzend, das Geſicht leichenbleich und unter ſeinen beiden Händen ſein Herz zuſammen⸗ preſſend, deſſen haſtige, erſchreckliche Pulsſchläge ihn zu erſticken drohten. Der Ausdruck ſeines völlig ent⸗ ſtellten Geſichtes war ſchon ſo, daß Charlotte zu ſich ſagte: Er iſt im Stande, abzufahren! Oh! der Schuft! eer hat nie ein Teſtament machen wollen! DDna indeſſen der Inſtinct der Erhaltung ſeiner Perſon in dieſem Augenblicke bei ihm jedes andere

. Sue, der Teufel als Arzt. I. 16