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„Es iſt nicht wahr! meine Mutter iſt nicht todt!“ ſchreit Emma wahnſinnig.
Und ſie wirft ſich auf den Leib von Madame Verneuil, umſchlingt ihn mit ihren Armen, bedeckt Geſicht mit Küſſen und ruft in ihrer Verzweif⸗ ung:
„Meine Mutter! meine Mutter! nicht wahr, Du biſt nicht todt?“
VIII.
Unterrichtet von der beängſtigenden Bedenklichkeit der Krankheit ſeiner Frau, hatte Herr Verneuil durch Charlotte den anonymen Brief in Betreff des Schiff⸗ bruches von Erneſt Beaumont ſchreiben laſſen. Mit Hülfe dieſes Briefmordes gedachte der liebreiche Mann Witwer zu werden und entſchloſſen, dem: Was wird man darüber ſagen? zu trotzen, ſeine Dienerin zu heirathen. Seine unfläthige Leidenſchaft für dieſe Per⸗ ſon gränzte an den Wahnſinn. Der langſame Todes⸗ kampf von Adele gewährte ihm allerdings entſchiedene
Hoffnung, doch man ſieht die Sterbenden von ſo weit zurückkommen! Er brauchte alſo eine Gewißheit: den Sarg und das Grab! War ſeine Frau in den Sarg genagelt, in ihr Grab eingeſchloſſen, ſo würde er den zärtlichen Wunſch ſeines Herzens erfüllen und Char⸗ lotte an den Altar führen können. Wie groß war auch die Freude von Herrn Verneuil, als er am Mor⸗ gen, auf ſeinem Bureau, in einer Zeitung einen Aus⸗ zug aus der Gazette de Nantes fand, welche ſtt gende ergötzliche Kunde brachte:


