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dame Verneuil war; zuweilen aber ruft gerade die Heftigkeit der Erſchütterung die verſcheidende Lebens⸗ kraft wieder ins Daſein zurück. Es war ſo mit dem Eindrucke, der Adele beim Anblicke ihrer ehemaligen Freundin ergriff, welche ganz unerwartet im Gewande einer barmherzigen Schweſter bei ihr erſchien.
Madame Hermann war immer bezaubernd; die Strenge der klöſterlichen Tracht verlieh ſogar der ſel⸗ tenen Schönheit der jungen Frau einen piquanten, neuen Reiz. Der weite und beſcheidene Schnitt ihres Kleides von grobem Bure verbarg nicht ganz die Eleganz und den Reichthum einer vollkommenen Taille, welche, weit entfernt durch die ſtrenge Lebensart des Kloſters abgemagert zu ſein, vielmehr einige Beleibt⸗ heit gewonnen hatte; eine Haube von tadelloſem Weiß umrahmte das roſige, friſche Geſicht von Schwe⸗ ſter Florence, und obgleich nach der Regel ihre be⸗ wunderungswürdigen ſchwarzen Haare völlig verbor⸗ gen waren unter der leinenen Binde, die ſich eng an ihre hübſche Stirne anſchloß, war doch die Regel⸗ mäßigkeit ihrer Züge ſo groß, daß die Kahlheit dieſes Kopfzeuges den Reizen ihres Geſichtes durchaus nichts ſchadete.
Haben wir nöthig, zu bemerken, daß wir ohne die gebieteriſche Anforderung der logiſchen Ausführung der Charaktere, deren Moral, wie wir hoffen, aus dieſer Erzählung hervorſpringen wird, einen andern Typus von dieſen guten Schweſtern gewählt hätten, die wir beim Werke in den Bagnos, in den Gefäng⸗ niſſen, in den Hoſpitälern geſehen, und von denen wir das rührendſte, das achtungsvollſte Andenken bewahrt haben. Trotz gewiſſer Vorbehalte in Betreff der reli⸗


