40 Caſanova.
wie angehaucht mit friſchem Roſenthau, der auf der Blume liegt, und der niedliche Mund zeigte zwei Reihen blendend wei⸗ ßer Zähne, die ſichtbar wurden, ſobald ſich die ſchönrothen Lippen auseinanderthaten. Eine Perlenſchnur mit einem fun⸗ kelnden Steine trug fie um den Hals, deſſen Haut ſo zart und weich ausſah wie gebleichtes Wachs oder weißer Sammet. Der Buſen war züchtig verhüllt, ihre ganze Geſtalt aber eher klein als groß zu nennen. Aber in allen ihren Gliedmaßen herrſchte ein ebenmäßiges Verhältniß, bei dem die ſchaffende Natur jede Linie in Obacht genommen zu haben ſchien. Beſonders ſchön aber war ihre Hand geformt, ſo weich, ſo voll war dieſe Hand, ach der Beſchauer dieſes Kunſtwerkes hätte dieſe Hand an die Lippen drücken mögen, um ohne je wieder loslaſſen zu müſſen, ſich von der Schönheit volltrinken zu können. Der Hand ent⸗ ſprach der niedliche Fuß, welcher jetzt gerade, wo der huldvolle Engel ganz arglos auf dem Divan ſaß, unter dem Saume des ſeidenen Gewandes hervorkam und ſich dann zurückzog, worauf er wieder ganz durch Zufall ſichtbar wurde.
„Alſo nach Italien gedenken Sie, meine Freundinnen, wenn ich Ihnen anders dieſen Namen geben darf?“ fragte der galante Ritter, der eine Weile ſich ſelbſtvergeſſend ſtill dageſeſſen und ſich an der Schönheit Leopoldinens ergötzt hatte.
„Und wohin dachten Sie jetzt?“ fragte das Mädchen neckend.
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