Teil eines Werkes 
4. Band (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Begebenheiten eines Weltmannes. 35

er zu werden hoffte. Er hatte ſich einen leidlichen Hunger ge⸗ holt und verfügte ſich geradenweges an Ort und Stelle.

Als er anklopfte, rief eine ſilberhelle Mädchenſtimmeher⸗ ein, und war er ſchon von dieſen Tönen wunderbar berührt, ſo verlor er faſt alle Faſſung als die Thür geöffnet wurde und er Leopoldinen vor ſich ſah.

Sein Sie uns willkommen, großmüthiger Freund, redete ihn das ſiebzehnjährige Mädchen mit holdſeliger Freundlichkeit an,und nehmen Sie mit dem vorlieb, was wir Ihnen bie⸗

ten können.

O Fräulein, wo Sie ſind, muß Einem ſchon wohl wer⸗

den! entgegnete er;und die ſchönſte Blume, welche Alteng⸗ land hervorgebracht hat, iſt zu beſcheiden wenn ſie die geringſten

Zweifel in die Allmacht ihrer Reize ſetzt.

Schmeichler, der Sie ſind, wenn Sie das mir ſagen! rief ſie neckiſch;aber zum Glück bin ich kein Gewächs, wel⸗ ches aus Altenglands Boden gekommen iſt, ſondern ich bin eine Blüthe, die in den unermeßlichen Landſtrichen des freien Amerika ſich entfaltet hat.

Eine Amerikanerin? fragte der Jüngling überraſcht; und Sie haben ſich nicht gefürchtet vor dem toſenden Meere, welches den alten Continent von dem jungen Lande der Frei⸗ heit trennt?

Wie ſollt' ich? erwiederte das Mädchen;mein Leben

3*