Teil eines Werkes 
3. Band (1849)
Entstehung
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186 Caſanova.

was ihr bisheriger Miethsmann noch zu entrichten haben ſollte. Die Forderung war etwas unverſchämt und der Empfänger die⸗ ſer Rechnung ärgerte ſich dermaßen, daß er ſchon die Hälfte der Forderung ſtreichen und die andre einſiegeln wollte, um ſie hin⸗ über an Madame abzuſchicken; die bodenloſe Gemeinheit des Weibes, welches ſich auf dieſe Weiſe wenigſtens zu rächen ſuchte, da alle übrigen Wege abgeſchnitten waren, kam ihm zu ver⸗ ächtlich vor. Er zählte augenblicklich die verlangte Summe ab, gab ſie dem Hausknechte, dem gröbſten Menſchen, welchen man nach der Verſicherung des Wirthes weit und breit auftreiben konnte, und wies denſelben an, nicht eher von der Stelle zu gehen, als bis ihm Madame Porring in aller Form quittirt hätte. Er ſollte ſich nur kein Blatt vor den Mund nehmen, fügte der Auftraggeber hinzu, und könnte immer ein wenig grob ſein, wenn es im Guten etwa nicht gehen wollte — eine Er⸗ laubniß, bei welcher der Bote wohlgefällig ſchmunzelte — denn während man ihm ſonſt ſeine Grobheit beſtändig vorwarf und ihn tadelte, fand hier einmal dieſes edle Metall, welches er in der urſprünglichſten Reinheit in ſich fühlte, ſeine gebührende Anerkennung.

Er ging und kam nach kurzer Zeit mit der Quittung zurück.

„Nun?“ fragte ihn der Abſender.