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jengung nach der andern fällt langſam, wie wel⸗ es Laub von meinem Lebensbaume ab. . .. Und ich fühle keinen Schmerz .. nein! ich bin wie er⸗ ſtarrt. Keine Klage, kein Weh, kein Zorn, keine Verzweif⸗ lung nichts als kalte, bittre Verachtung oder dumpfes
Mitleid! . .. Der Boden unter meinen Füßen zittert.. ..
Das vergangene Leben, das ich unwandelbar glaubte, ſchwindet in Nacht und Nebel dahin. . . . Ich hielt den Schnee, der im erſten Stral der Sonne ſchmilzt, für ewigen Marmor. . .. Wunderbar! Eben noch erbebte ich vor dem Gedanken, dieſem angebeteten Weibe ent⸗ ſagen zu müſſen, wie vor einem bodenloſen Abgrunde. Und jetzt jetzt ſehe ich ſtatt dieſes Abgrun⸗ des eine Pfütze, die mich anekelt. .. Und doch verging ſeit zehn Jahren kein Tag, keine Stunde, daß ich nicht meiner Liebe gedachte . und doch war dieſe Liebe der Angelpunkt meines Lebens und doch habe ich, von dieſer Liebe geſtützt, getragen, große Thaten gethan und doch weinte ich geſtern wie ein Kind und doch war ich noch ſo eben von Himmelswonne trunken, weil der Traum meiner Jugend Wirklichkeit zu werden ſchien.. .. Und jetzt jetzt Nichts . Nichts von dem Allen mehr... Das wundervolle Ge⸗ bäude, an dem ich Jahre lang mit heiliger Liebe ge⸗ arbeitet, das ich aus meinen ſchönſten Gedanken und Empfindungen aufgebaut. . .. Das Gebäude iſt ſpur⸗ los ſpurlos in einem Nu verſchwunden!!. .. Iſt das nicht ſeltſam, Mathilde 2. . .
Gott im Himmel! Welche Qualen, ihn das Ab⸗ ſterben ſeiner Hoffnungen und ſeines Glaubens an mich ſo ſchildern hören!. ..
Noch einmal war ich im Begriff, ihm Alles, meine leidenſchaftliche Liebe zu ihm und meine Täuſchung, zu entdecken.. .. So ſehr entmuthigte mich dieſe verach⸗ tungsvolle Ergebung in ſein Schickſal. 6
Und doch ſollte eben dieſe Verachtung meinen Plä⸗ nen zu ſtatten kommen.


