Viertes Kapitel. Der Priefwechſel.
Ungefähr drei Monate nach meiner Ankunft in Paris überbrachte mir Blondeau ein kleines Packet. Ich öffnete es und erblaßte, denn es enthielt — ein Bouquet von denſelben hochrothen Giftblumen, di Herr Lugarto mir einſt überſandt, die Frau von Riche⸗ ville am Todestage des Herrn von Mortagne bekom⸗ men hatte. Was Wunder, daß ſie mir von jener Zeit an ein Symbol dieſes verächtlichen Menſchen wurden!
Beigeſchloſſen lag nachſtehender Brief meines Man⸗ nes an einen ſeiner Freunde, deſſen Namen ich nicht erfahren habe, weil der Umſchlag fehlte.
Wie Herr Lugarto, der meinem Vermuthen nach nicht in Paris war, den Briefwechſel meines Gemahls auffing, konnte ich nicht wiſſen, doch befremdete es mich nicht ſehr, da ſein ungeheures Vermögen ihn in den Stand ſetzte, überall, ſogar in den Häuſern der Perſonen, die er ins Auge faßte, Spione zu er⸗ kaufen.
Der Zweck bei Ueberſendung dieſes Briefes lag offen am Tage. Herr Lugarto, der meine Gleichgül⸗ tigkeit gegen Herrn von Lanery nicht kannte, glaubte, mir durch dieſe Zeilen, welche auf das geheime Trei⸗ ben meines Gatten und Urſulas ein helles Licht war⸗ fen, eine tiefe Wunde zu verſetzen.


