Mortagne. Fünfhundert Meilen war ich fern, als er die Händel kriegt mit einem Raufer, den ich ſeit Adam's Zeiten nicht geſehen und der mich von ihm befreit. . . . Wahyrlich! das kann nur mir paſſiren!
„Sie mögen mit dieſem Briefe anfangen, was Sie wollen, mögen ſelbſt die Hülfe des Geſetzes an⸗ rufen. Für's Erſte, bin ich nicht in Paris. Für's
Zweite, wo iſt das Corpus delicti? Mit mehr oder
weniger platoniſchen Liebeshändeln befaßt ſich das Ge⸗ ſetz nicht. . Aber wunderbar! Doch gehen dieſe Lie⸗ beshändel mit Thränen, Verzweiflung, vielleicht gar mit Todtſchlag, Selbſtmord und Gott weiß! was . ſo zu ſagen, ſchwanger. . ..
„So wünſche ich Ihnen denn eine friedliche, gute Nacht. WMögen Sie in Morpheus Armen träumen, wie das Kind am Buſen der Mutter. . ..
Ihr unbekannter Freund oder be⸗ kannter Feind, wie Sie wollen.“
Ich wußte nicht, wie mir war, als ich den Brief beendet. Es kochte in mir, als platzte das Gehirn.
Der hölliſche Scharfſinn des Herrn Lugarto ant⸗ wortete im Voraus auf alle meine Einwürfe, machte meine ganze Furcht rege.
Der Gedanke, Urſula könne Herrn von Rochegune für ſich gewinnen, brachte mich zur Verzweiflung. Lie⸗ ber ſoll Emma ſterben, wenn es doch einmal ſo ſein muß, rief ich aus, als daß ich mich für Ur⸗ ſula opfere.
Schon ſtand ich im Begriff, Herrn von Rochegune Alles zu entdecken, als ich die wohlbekannte Stimme vernahm.. Muth . Muth! ſprach ſie. . Wende Dich ab von dem Abgrunde, den ein Ungeheuer Dir zeigte, um Dich in Deinen edlen Vorſätzen zu erſchüt⸗ tern. Blicke nicht nieder zu den Füßen, ſondern hinauf gen Himmel, hoffe auf Gott, er wird Dich ſtär⸗ ken. Tröſte Dich über den Verluſt eines Mannes, der ſich von einer Urſulg fangen läßt.... Muß Emma


