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gen werden, als ich es jemals konnte, weil Sie bald vor mir knieend ausrufen werden: Gnade, Gnade!
„Aber noch einmal, Mathilde —“
Verſtehen Sie mich denn nicht? Gontran, erra⸗ then Sie nicht? Nein, Sie betrachten mich erſchrocken, Sie glauben, ich ſpotte vielleicht, ich ſei wahnſinnig. Aber jetzt iſt es an mir, Verzeihung zu erflehen — — auch Du, o Gott, vergib mir, denn es iſt Unrecht, von einem ſo heiligen Gefühl anders, als mit ſtren⸗ gem Ernſt zu ſprechen. Gontran, rief ich, und faßte meinen Gatten bei der Hand, knieen Sie nieder mit mir — — Gott hat unſere Ehe geſegnet — — ich bin Mutter!
O, meine Hoffnung hatte mich nicht getäuſcht!
Gontran's Züge verriethen das ſüßeſte Erſtaunen, die innigſte Freude.
Nach einer augenblicklichen Beſtürzung drückte er mich mit der lebhafteſten Zärtlichkeit in ſeine Arme, Thränen der Rührung, die einzigen Thränen, welche ich ihn jemals weinen ſah, entſtrömten ſeinen Augen. MWit Liebe, Anbetung, faſt mit Ehrfurcht, blickte er mich an.
„O!“ rief er, meine beiden Hände in den ſeini⸗ gen preſſend, „Du haſt Recht, Mathilde; knieend will ich Dich um Verzeihung anflehen, Du edles Weib, Du großſinniges Herz, Du himmliſches Weſen! Und ich konnte Dich kränken 2! Dich, die ewig ſo ſanft und gut! O, noch einmal: verzeih', verzeih'!“
Ich ſagte es Ihnen wohl, Gontran, mein Gelieb⸗ ter, daß Sie mich um Verzeihung anrufen würden. Aber nicht doch, nicht doch, ich kann ſie Ihnen nicht mehr gewähren, ich müßte ja der Beleidigung mich erinnern, und ich gedenke ihrer nicht mehr. —
„Ach, Mathilde, Mathilde, ich war ſehr ſtrafbar,“ ſagte Gontran mit trübem Kopfſchütteln. „Doch glau⸗ ben Sie mir, es war nur Unbedachtſamkeit, Inconſe⸗ quenz; mein Herz, meine Liebe und Verehrung gehör⸗


