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Erſtes Kapitel. Eine Mutter.
Ich werde niemals die gewaltige Aufregung dieſer Nacht vergeſſen, welche ich in einer Art von bewuß⸗ tem Delirium, wenn ich mich ſo ausdrücken darf, ver⸗ brachte.
Bald ging ich mit großen Schritten in meinem Zimmer auf und ab, bald hielt ich plötzlich inne, um niederzuknieen und inbrünſtig zu beten. Dann über⸗ fiel mich eine wahnſinnige Freude, Empfindungen des unſäglichſten Glückes, Regungen eines ruhigen und er⸗ habenen Stolzes.
Ich war Mutter! Ich war Mutter! Anwand⸗ lungen abgöttiſcher Zärtlichkeit für das Weſen, welches ich unter meinem Herzen trug, erwachren in mir bei dieſem berauſchenden Gedanken. Ich konnte an ſo viel Glück nicht glauben — — ich preßte mit Heftigkeit meine Hände auf die Bruſt, um mich zu verſichern, daß ich lebe.
Es kam mir vor, als folge jedem Schlag meines Herzens ein ſanftes, leiſes Klopfen: es war der Herz⸗ ſchlag meines Kindes.
Mein Kind — mein Kind! Nicht müde konnte ich werden, dieſe ſegensvollen, koſtbaren Worte zu wie⸗ derholen. In meiner Trunkenheit rief ich es an, über⸗ häufte es mit Liebkoſungen; ich war wie unſinnig.


