Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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Walde müd gehetzt, auf das Feld ausbricht. Das iſt ſeine letzte Hoffnung auf Rettung; dann wird es er⸗ mordet ohne Ritleid.

Ich befand mich in einem Zuſtand von ſolcher Nervenreizung, ich hatte ſeit ſo langer Zeit meine Thränen unterdrückt, daß ich dieſe lächerliche Gelegen⸗ heit ergriff, um in Thränen auszubrechen.

Herr Secherin ſah mich mit verwunderter Miene an und ſagte theilnehmend:

Mein Gott, der Tod eines Hirſches macht ſie ſo traurig? Sie ſollten an Dergleichen gewöhnt ſein. Ei,

Couſine, ſeien Sie vernünftig, vielleicht entgeht das

arme Opfer doch noch ſeinem Schickſal.

Wer jmmer ſchon an einem heftigen, unterdrück⸗ ten und geéheimen Schmerz gelitten, wird nicht ver⸗ ächtlich lächeln, wenn ich ſage, daß ich, die letzte Aeußerung des Herrn Secherin beantwortend, für mich allein eine Art von Anſpielung auf mein eigenes Ge⸗ ſchick machte, um ſo mit lauter Stimme meinem Kum⸗ mer einigermaßen Luft machen zu können.

Das iſt lächerlich, ſehr lächerlich, ich weiß es recht gut, aber glücklich ſind die, welche nicht wiſſen, daß die größten Leiden in ihren Aeußerungen zuweilen ko⸗ miſch ſind, was, wie ich glaube, der höchſte Grad moraliſcher Folter iſt.

Ich ſagte daher weinend zu Herrn Secherin:

Nein, nein, das Opfer kann nicht entrinnen. Was kann es thun? Kämpfen, nicht wahr? Aber hiezu bedarf es der Kraft und es hat keine mehr. Die Hetze dauert ſchon zu lange, ihm bleibt Nichts übrig, als ſich zu fügen, ſeinen Hals dem Meſſer darzubieten, und dennoch erſchien das Leben ihm ſchön und wer ſollte bei dieſem ſtralenden Wetter, bei dieſem prächti⸗ gen Sonnenſchein, bei dem Schmettern dieſer Fanfa⸗ ren, bei dem Freudengeſchrei der Jäger daran denken, zu ſterben? Für wen iſt dieß Feſt eine Trauer? Für das Opfer allein! Es wird weinen, und man wird