der durch den vorauseilenden Boten benachrichtigt wurde, mußte meine Zweifel in dieſer Hinſicht löſen.
Nachdem wir noch ungefähr eine halbe Stunde die Hauptſtraße verfolgt, bemerkte ich bald, daß wir das Pflaſter verließen und in eine Seitenſtraße einlenkten.
Die Nacht war ſo dunkel, daß ich nicht ſehen konnte, ob wir in einen Wald einfuhren oder nicht.
Noch einige Zeit rollte unſre Kutſche auf dieſem Seitenwege dahin, dann hielt ſie plötzlich ſtille. Das Gewitter dauerte immer fort.
Ich ſah ein traurig ausſehendes Haus, deſſen Fen⸗ ſterladen alle geſchloſſen waren.
Fritz ſtieg von ſeinem Sitze herunter, klopfte und vie Thüre öffnete ſich...
Mein Herz ſchlug hörbar, als ich bedachte, daß ich Gontran wieder ſehen würde.
Schleunig trat ich in das Haus, während meine Leute ſich mit dem Entladen der Kutſche beſchäf⸗ tigten. Eine ältere, mir unbekannte Frau bat mich, in einen kleinen Salon im Erdgeſchoß zu treten.
Wo iſt Herr von Lanerh?“ rief ich.
„Der Herr Vicomte hat dieſen Brief für Madame zurückgelaſſen.“
„Iſt denn Herr von Lanery nicht hier? mein Gott!“
„Der Herr Vicomte wird erſt morgen Abend zurück⸗ kehren, was er Madame ohne Zweifel in dieſem Briefe mitgetheilt haben wird.“
Höchſt beunruhigt über die Abweſenheit des Herrn von Lancry nahm ich den dargebotenen Brief. Ich las parin Folgendes: 1
„Aengſtigen Sie ſich nicht, meine liebe Mathilde, ich reiſe dieſen Augenblick ab, um einen ſehr glücklichen Umſtand zu benptzen, der mich auf den Punkt bringen ſoll, Alles zu beendigen und mich kunftig nur Ih⸗
rem Glucke zu weihen. Muth! Erwarten Sie mich,
morgen Abend ſpäteſtens werde ich zurückkehren; wenn


