Teil eines Werkes 
9. Band (1847)
Entstehung
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Elftes Rapitel.

Martins Tagebuch. (Fortſetzung.)

Beim Leſen dieſes Briefes des Fuͤrſten empfand ich in mir ein Gefuͤhl des innigſten Mitleids mit ihm, zu glei⸗ cher Zeit aber bedachte ich auch, daß ſein Entſchluß, in wel⸗ chem ich ihn beſtärken mußte, vielleicht Regina das Leben rette und ihr ſo wie Juſt's Gluͤck auf immer ſichre.

Was mir der Fuͤrſt eben uͤber diewuͤhrende und muth⸗ volle Entſagung Regina's geſchrieben hatte, ihr bis zum Pa⸗ rorysmus getriebenes Zartgefuͤhl, indem ſte, ihrem Gemahl zur Dankbarkeit verpflichtet, es weder wagte die Freiheit zu beanſpruchen, die er ihr verſprochen hatte, wenn es ihm nicht gelaͤnge, von ihr wieder ſo wie ehedem geliebt zu werden, noch ihm zu ſagen, daß ſie noch ſtets Juſt Clement liebe, daß ſie ihn vielleicht noch mehr liebe als je, der Qualen ſelbſt wegen, welche dieſe Liebe ihr verurſachte, alles Dieſes hatte ich geahnet, geſehen oder errathen.

Ich hatte wie gewöhnlich waͤhrend dieſer vier Monate

meinen Dienſt bei der Fuͤrſtin fortgeſetzt, und meine Ge⸗

wohnheit zu beobachten, verbunden mit der Art von Vor⸗ auswiſſen, das mir meine Liebe gab, hatte mich in faſt alle