Giftmiſcher umgebracht wurde. Morok, der geſchickte Meuch⸗ ler, welcher Trunkenheit und Ausſchweifungen als Waffen gebraucht hatte, fühlte ſich in der Freude über ſein gelunge⸗ ues Werk geſtört. „Höll' und Teufel!“ rief er. „Das iſt die
Stimme des Abbé Aigrigny, der maſſacrirt wird!“
Sechstes Kapitel.
Die Auftritte, welche wir zu beſchreiben haben, ſind ſcheuß⸗ lich. Dürften wir irgend hoffen, daß die Schilderung der⸗ ſelben eine Wirkung hervorbrächte, ſo wäre ihr Zweck, durch den Abſcheu, den ſie vielleicht einflößt, ſolche jeweilige Aus⸗ brüche der Unmenſchlichkeit bei einer unwiſſenden, von viehi⸗ ſchen Anführern irre geleiteten Menge zu verhüten.
Die abgeſchmackteſten beunruhigenden Gerüchte waren zu Paris in Umlauf. Man ſprach nicht nur von Vergiftung der Kranken und der öffentlichen Brunnen, ſondern man er⸗ zählte auch, es ſeien Kerle ertappt worden, welche Gift in die Krüge auf den Zähltiſchen der Weinwirthe geworfen hätten.
Morok hatte den Goliath auf den Platz am Biſchofshof geſchickt, eine Botſchaft an den Pater Aigrigny auszurichten und ihn angewieſen, nachher wieder zu ihm zu kommen. Un⸗ terwegs kehrte der Rieſe in einem Weinhaus in der Mang⸗ gaſſe ein, ließ ſich zwei Gläſer Wein geben und bezahlte ſie, nachdem er ſie getrunken. Während die Wirthin das Geld zuſammenſuchte, welches ſie ihm herauszugeben hatte, legte Goliath, ohne dabei an etwas zu denken, ſeine Hand auf die Oeffnung eines Krugs. Seine ungewöhnlich große Ge⸗ ſtalt und ſein abſtoßendes Geſicht hatte ſchon die Wirthin beunruhigt, welche von den Giftmiſchern gehört hatte. Als ſie nun gar den Rieſen ſeine Hand auf die Oeffnung eines


