Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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verſchaffen: dann iſt wohl Grund mich zu bedauern. Sonſt heißt es, man verkauft ſich zu ſeinem Vergnügen.“ Sie be⸗ gleitete dieſe Worte mit einem gräßlichen Lachen und fuhr dann ſchaudernd mit leiſer Stimme fort: „Jakob, wenn Du wüßteſt, wie ſchändlich, wie abſcheulich es iſt, ſich ſo zu ver⸗ kaufen! Lieber wollt' ich ſterben, als es nochmals thun. Eben wollte ich mich umbringen, als ich erfuhr, daß Du hier wäreſt.“

Jakob ſchüttelte traurig den Kopf und ſank immer mehr zuſammen, obwohl Nini Moulin ihn aufrecht zu halten ſuchte. Cephiſe ſtreckte die gefalteten Hände gegen ihn aus und flehte; „Jakob, ein Wort — nur ein Wort des Erbar⸗ mens — der Verzeihung!“

„Meine Herren,“ rief Morok, „ſchaffen Sie doch dies Weib weg. Ihr Anblick erregt meinem Freund ein zu ſchmerz⸗ liches Gefühl“

„Kommen Sie, liebes Kind,“ ſagten mehre mitleidige Gäſte, indem ſie ſich bemühten, Cephiſen fortzuführen. „Kommen Sie mit uns. Es hat keine Gefahr mit ihm.“

„Ach, meine Herren! rief das elende Geſchöpf, die Hände faltend. „Hören Sie mich an — — laſſen Sie mich Ihnen ſagen — — — ich will ja Alles thun, was Sie wollen — — — ich will weggehen. Aber um Gotteswillen ſchicken Sie nach Hülfe, laſſen Sie ihn nicht ſo ſterben. — Sehen Sie nur! — Gott! — er leidet hölliſche Schmerzen! — — ſeine Zuckungen ſind gräßlich!“

„Sie hat Recht, man ſollte einen Arzt holen,“ ſagte ei⸗ ner der Gäſte und ging nach der Thür.

„Wo iſt denn jetzt ein Arzt zu finden?“ bemerkte ein An⸗ derer. „Sie ſind viel zu ſehr beſchäftigt.“

„Wir wollen etwas beſſeres thun,“ ſagte ein Dritter. „Dort gegenüber iſt das Hötel Dieu. Dahin wollen wir den armen Jungen bringen, damit ihm der erſte ärztliche Bei⸗ ſtand geleiſtet wird. Wir legen ihn auf einen Tiſchanſatz und decken ihn mit einem Tiſchtuch zu.“

„Ja, ja, richtig!“ riefen mehre Stimmen. „Wir wollen ihn hinübertragen und das Haus verlaſſen.“

Jakob, deſſen Eingeweide von dem Getränk zerfreſſen wur⸗ den und deſſen Gemüth durch die Worte Cephiſens aufs hef⸗