Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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fordere auf, mich zu beleidigen. Alſo, Liebe, Sie können mir die gröbſte Beleidigung angedeihen laſſen, welche man einem tugendhaften, züchtigen Junggeſellen zufügen kann,“ ſchloß der religiöſe Schriftſteller, ſich zu Mamſell Modeſta hinneigend, welche wie toll lachte und ihn zurücſtieß.

Nini Muulin's verrückter Vorſchlag ward mit allgemeinem Jubel aufgenommen, und neue Luſt erfüllte die Zecher.

In dem betäubenden Lärm kam der Kellner, der ſchon mehrmals erſchienen war, um ſeinen Kameraden etwas zuzu⸗ flüſtern, von neuem in den Sagl. Mit bleichem, verſtörtem Geſicht trat er zu dem Oberkellner und ſagte ihm ins Ohr: „Eben ſind ſie gekominen.“

„Wer?“ fragte der Oberkellner.

„Sie wiſſen es ja — — da oben.“

„Ah!“ ſagte der Oberkellner grämlich. „Wo ſindſie denn?“

„Eben ſind ſie hinaufgegangen — ſie ſind oben,“ ant⸗ wortete der Kellner kopfſchüttelnd.

„Was meint der Herr vom Hauſe?“

„Er iſt in der größten Verlegenheit — — wegen — — Der Kellner ließ ſeinen Blick über die Gäſte ſchweifen und fuhr fort: „Er weiß nicht, was er machen ſoll, und ſchickt mich zu Ihnen.“

„Was zum Teufel ſoll denn ich machen?“ entgegnete der Oberkellner. „Man mußte darauf gefaßt ſein; es läßt ſich da nicht ausweichen.“

„Ich bleibe nicht da. Das Ding fängt an.“

„Du haſt auch Recht. Mit deinem verſtörten Geſicht er⸗ regſt du ſchon Aufſehen. Gehe hin und ſage dem Herrn, man müſſe das Ding abwarten.“

Dieſer Zwiſchenfall blieb faſt unbemerkt unter dem wach⸗ ſenden Lärm des Gelages.

Ein einziger unter den Gäſten lachte nicht und trank nicht. Dieſer Gaſt war Liegganznackt. Düſteren Blicks ſtarrte er in den leeren Raum. Unbekümmert um Alles, was um ihn her vorging, dachte der Unglückliche an die Königin Bacchanal, welche bei ſolchen Saturnalien ſo glanzvoll und munter ge⸗ weſen ſein würde. Die Erinnerung an dies Geſchöpf, welches er immer noch maßlos liebte, war der einzige Gedanke, wel⸗ cher ihn zuweilen aus ſeinem Stumpfſinn erweckte. Nur

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