„In dem Omnibus da braucht man keine Angſt zu haben, daß einem Jemand auf den Fuß tritt,“ fügte der Steinbre⸗ cher hinzu.
„Das ſind bequeme Paſſagiere.“
„Wenigſtens verlangen ſie nie auszuſteigen.“
„Sieh einmal, es ſitzt nur ein Troßknecht als Poſtillon auf den Pferden.“
„Wahrhaftig, die vorgehängten Pferde werden von einem Kerl im Kittel geführt.“
„Der andere Troßknecht wird müde geworden ſein, der Racker! Er wird eingeſtiegen ſein zu den Andern, die nur am großen Loch ausſteigen.“
„Und zwar mit dem Kopf voran.“
„Sie fahren mit dem Kopf in ein Kalkbett.“
„Und legen den Nachkommenden ein Brett hin.“
„Hol's der Teufel! Der Todtenkutſche könnte man mit verbundenen Augen nachgehen. Das iſt ärger wie auf dem Schindanger.“
„Wahrhaftig, das riecht nach einem Todten, der nicht mehr friſch iſt,“ ſagte der Steinbrecher.
„Das iſt nicht übel!“ rief die Lange Zwiebel. „Gebt Acht, der Todtenomnibus wird an der ſchönen Kutſche dort hängen bleiben. Deſto beſſer; die Reichen darin dürfen auch ein Bischen den Tod riechen.“
Der Pulverwagen befand ſich jetzt gerade vor der Berline, an welcher er vorbei kommen ſollte. Ein Menſch im Kittel und in Holzſchuhen führte die vorgehängten Pferde, und hinten auf dem Sattelpferd ſaß ein Troßknecht. Die Särge waren in dem Wagen in ſolcher Menge aufgeſchichtet, daß ſein gewölbter Deckel nur halb ſchloß, und daß man bei je⸗ dem Stoß des Wagens auf dem holperigen Pflaſter die Särge widereinander fahren ſah. An den ſprühenden Blicken und dem rothen Geſicht des Menſchen im Kittel ſah man, daß er halb betrunken war. Er trieb ſeine Pferde mit der Stimme, mit der Peitſche und mit Fußtritten an, trotz al⸗ lem Zureden des Troßknechts, der vergebens ſeine Thiere zurückzuhalten ſuchte und der Bewegung folgen mußte, welche der Kärrner den vorderen Pferden gab. Der Trunkenbold verlor die gerade Richtung und fuhr wider die Berline.
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