Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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immer drohender aus einer Zuſammenrottung am Eingang des Hötel Dieu erhob. Bald drang bis zu ihnen der Ruf: Schlagt die Aerzte todt! Rache!

„Die Anſchläge thun ihre Wirkung,“ ſagte der Eine. „Das Pulver fängt. Iſt einmal der Pöbel toll, dann treibt man ihn gegen wen man will.“

„Da ſteh einmal!“ — ſagte der Andere, — „dort den Hercules, der mit ſeiner Rieſengeſtalt über all das Geſindel hinausragt! War das nicht einer der wüthendſten Treiber bei der Zerſtörung der Fabrik Hardys?“

„Weiß Gott, ja! Ich erkenne ihn. Wo ein bösartiger Streich zu machen iſt, da findet man dieſe Schufte.“

„Jetzt wollen wir aber nicht länger unter dem Bogen ſtehen bleiben,“ ſagte der Zweite. „Es geht hier ein eis⸗ kalter Wind, und obwohl ich in Flanell eingewikelt bin . . .“

„Du haſt Recht,“ unterbrach der Erſte. „Die Cholera iſt grob wie der Teufel. Auf dieſer Seite kommt Alles in Gang, und obendrein heißt es, der republikaniſche Aufruhr würde die ganze Antonsvorſtadt auf die Beine bringen. Friſch zu! Das paßt in unſern Kram. Die heilige Sache der Religion wird triumphiren über die revolutionäre Gottloſigkeit. Komm, zurück zum Pater Aigrigny.“

„Wo ſollen wir ihn finden?“

„Hier in der Rähe. Komm!“

Die beiden Männer verſchwanden. Die ſinkende Sonne warf ihre goldnen Strahlen auf die ſchwarze Bildhauerarbeit des Portals der Liebfrauenkirche und auf die gewaltige Maſſe ihrer beiden Thürme, die ſich in einen vollkommen blauen, durch den trocken kalten Nordoſtwind von jedem Wölkchen gereinigten Himmel erhoben. Seitwärts von ihnen drängte ſich eine Menſchenmaſſe an die Gitter vor dem Säulengang des Hötel Dieu und ſchrie immer drohender: Schlagt die Aerzte todt! Hinter dem Gitter ſtand ein Piket Fußvolk.

Die Leute, welche ſo ſchrien, gehörten der Hefe von Paris

an, einem verderbten ſich müſſig herumtreibenden Pöbel. Die

armen Kranken, welche durch dieſen widerwärtigen Haufen getragen werden mußten, kamen ſo unter unheilverkündendem Geſchrei in das Hoſpital. Jeden Augenblick kamen bedeckte und offene Bahren mit neuen Opfern der Krankheit. Die