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wie zwei Schlangen umklammert. Einer ſuchte den andern niederzuwerfen. Einen Fußtritt abwehrend hatte Agricola mit ſeinem rechten Arm das linke Bein des Steinbrechers gefaßt; aber der Anführer der Wölfe ſtand auf ſeinem rech⸗ ten Bein feſt wie ein Thurm. Agricola hielt auch ſeine linke Hand wie in einem Schraubſtock feſt; mit der freien rechten Fauſt ſuchte der Rieſe ſeinem Gegner von oben herab die Kinnlade einzuſtoßen, während dieſer ſeine Stirn wider die Höhlung unter der Bruſt des Steinbrechers drückte.
„Der Wolf ſoll dem Freſſer die Zähne in den Hals ſchla⸗ gen, daß er nichts mehr frißt,“ ſagte der Steinbrecher.
„Du biſt kein echter Wolf,“ erwiderte Agricola. „Die Wölfe ſind brave Geſellen, die nicht Zehn gegen Einen kommen.“
„Echt oder falſch, ich breche Dir den Hals.“
„Und ich Dir das Bein,“ ſagte Agricola und riß mit aller Kraft das Bein des Steinbrechers ſeitwärts, daß dieſer vor Schmerz heulte und in ſeiner Wuth dem Gegner in den Hals biß.
Der Schmied zuckte zuſammen und ließ das Bein ſeines
Feindes los. Dieſer warf ſich mit ſeinem ganzen Gewicht
auf ihn und ſtürzte ihn zu Boden. In dieſem Augenblick rief die Mutter Angela's zum Fenſter hinaus: „Zu Hülfe, Agricola! meine Tochter wird umgebracht!“
„Laß mich los!“ keuchte Agricola. „Auf mein Wort —, ich ſchlage mich morgen mit Dir — — wann Du willſt.“
„Nichts Aufgewärmtes! — — Ich freſſe Warmes! erwi⸗ derte der Steinbrecher, indem er den Schmied an der Kehle faßte und ihm das Knie auf die Bruſt zu ſetzen ſuchte.
„Zu Hülfe! Meine Tochter wird umgebracht!“ ſchrie Frau Bertin.
„Gnade! Gnade! — — laß mich los!“ ſagte Agricola, indem er ſich ſeinem Gegner zu entwinden ſuchte.
„Ich habe zu ſtarken Hunger,“ verſetzte der Wolf.
In der Angſt um Angela verdoppelte Agricola ſeine An⸗ ſtrengungen. Plötzlich fühlte der Steinbrecher ſeinen Schen⸗ kel von den ſcharfen Zähnen eines Hundes gepackt und em⸗ pfing auf den Kopf drei derbe Stockſchläge. Er ließ los, fiel betäubt auf ein Knie und auf eine Hand und ſuchte mit


