„Die Lange Zwiebel! Hoch!“
„Heraus, ihr Freſſer, wenn ihr das Herz habt!“
„Hundertmal haben ſie geſagt, die Leute in der Umgegend hätten nicht das Herz, nur die Augen zu ihrem Haus zu er⸗ heben!“ rief das Wieſelgeſicht.
„Und jetzt ducken ſie ſich!“
„Sie wollen nicht heraus!“ ſchrie der Steinbrecher. „Wir müſſen ſie ausrauchen.“
„Ja! ja!“
„Schlagt die Thür ein!“
„Wir müſſen ſie finden!“
„Vorwärts! Marſch!“
Der Haufe mit dem Steinbrecher und der Langen Zwiebel an der Spitze ſtürmte gegen ein Thor von ſtarkem Eichen⸗ holz. Statt des bisherigen Schreiens hörte man nur das dumpfe Getöſe der Fußtritte auf dem harten Boden. Ange⸗ langt vor dem Thor, erhob der Steinbrecher einen gewaltigen Steinmetzenhammer gegen einen der Flügel. Ehe er zu⸗ ſchlagen konnte, fuhr dieſer eine Flügel auf. Die Entſchloſ⸗ ſenſten unter den Angreifern wollten ſogleich hineinſtürzen. Der Steinbrecher ſchob ſich und ſeine Hinterleute mit ausge⸗ breiteten Armen zurück.
Durch das halb offene Thor gewahrte man einen kleinen Trupp Arbeiter von entſchloſſenem Ausſehen. Sie hatten ſich in der Eile mit Feuergabeln, Kluppen und Prügeln be⸗ waffnet. An ihrer Spitze ſtand Agricola mit ſeinem ſchweren Schmiedhammer in der Hand. Er war bleich. An ſeinem herausfordernden Blick und an ſeiner unerſchrockenen Miene ſah man, daß das Blut Dagoberts in ſeinen Adern rollte, und daß er in einem ſolchen Kampf ein gefährlicher Gegner werden konnte. Er bemeiſterte ſeinen Zorn und fragte mit feſter Stimme den Steinbrecher: „Was wollt ihr?“
„Streit!“ brüllte der Lümmel.
„Ja! Ja! Streit!“ brüllte der Haufe nach.
Der Steinbrecher wandte ſich um und rief mit ausgeſtreck⸗ ter Hand: „Ruhig, ihr Wölfe!“ Dann ſagte er zu Agricola: „Die Wölfe wollen Streit.“
„Mit wem?“ fragte Agricola.
„Mit den Freſſern.“


