— 280 — deihen die drohenden Uebel ahnen, welche auf dem Grund der Geſellſchaft gähren. Aber ſo löblich auch dieſe verein⸗ zelten Verſuche Einzelner ſeyn mögen, ſie ſind unzureichend und können nicht anders als unzureichend ſeyn. Nur die Regirenden könnten einen wirkſamen Schritt thun; aber ſie laſſen es bleiben.
Die ernſten Leute erörtern ernſthaft die Wichtigkeit unſerer diplomatiſchen Beziehungen zu Monomotapa oder irgend eine andere eben ſo ernſthafte Sache, und ſie über⸗ laſſen dem Zufall des Privatmitleids und der guten oder üblen Willen der Kapitaliſten und Fabrikanten das immer kläglicher werdende Loos eines zahlloſen, verſtändigen, arbeit⸗ ſamen Volks, welches immer mehr Einſicht von ſei⸗ nen Rechten und von ſeiner Kraft gewinnt, welches aber in Folge einer ſchrecklichen Coneurrenz oft vergebens die Pybeit ſucht, von welcher es kaum ſein Leben friſten kann.
Die ernſten Leute geruhen nicht, an dieß ſchreckliche Elend zu denken. Die Staatsmänner lächeln mitleidig zu dem Gedanken, ihren Namen an einen Schritt zu knüp⸗ fen, der ihnen die wohlthuende Liebe des Volks ſichern würde. Alle wollen lieber den Augenblick erwarten, wo die ſociale Frage wie das Gewitter einſchlagen wird. Nun dann, bei dieſer ſchrecklichen, welterſchütternden Bewegung wird man ſehen, was aus den ernſten Männern und aus den ernſten Fragen dieſer Zeit werden wird.
Um dieſe unheilſchwangere Zukunft zu beſchwören oder wenigſtens vielleicht weiter hinauszurücken, muß man ſich alſo noch an das Mitgefühl der Nichtgebietenden im Namen des Glücks und der Ruhe Aller wenden.
Vor langer Zeit haben wir geſagt: Wenn die Reichen wüßten! Und jetzt ſagen wir zur Ehre der Menſchheit: Wenn die Reichen es wiſſen, thun ſie oft das Gute mit Verſtand und Edelſinn. Wir wollen ſuchen, ihnen und auch denen, von welchen das Schickſal vieler Arbeiter abhängt, zu beweiſen, daß ſie Segen und Verehrung gewinnen können, ohne in die Taſche zu greifen.


