auch im Ganzen und Großen kaufen und ſomit bedeutend wohlfeiler. Bei allen ſolchen Einkäufen ſage ich gut für ſte, und ich kann es unbedenklich, weil ich ihren Lohn in Hän⸗ den habe. — Nun, Angela was ſagen Sie zu unſerm Spe⸗ culanten?“
„Ich ſage, es iſt beim erſten Anblick unglaublich, und bei näherer Betrachtung erſcheint es ganz natürlich.“
„Gewiß iſt nichts natürlicher als das Schöne und Gute, nur bedenkt man es gewöhnlich nicht. Vergeſſen Sie nicht, daß unſer Mann bloß vom Standpunkt ſeines eignen Vor⸗ theils aus die Sache berechnet. Die Gewohnheit brüderlichen hülfreichen Zuſammenhaltens, der Gedanke: Einer für Alle und Alle für Einen — wie ſie aus dem Zuſammenleben erwachſen, die Verſittlichung des Menſchen hierdurch und die Milderung ſeiner Sinnesart durch das Wohlſeyn, die Pflicht des Starken, den Schwachen Stütze und Lehrer zu ſeyn, das Recht des ehr⸗ lichen und fleißigen Menſchen, von der Geſellſchaft Arbeit und einen ſeinen Bedürfniſſen angemeſſenen Lohn zu verlangen: alle dieſe wichtigen Dinge ſind hier ganz außer Betracht ge⸗ laſſen. Unſer Speculant denkt bloß an ſeinen Gewinnſt, und Sie ſehen, er legt ſeiu Geld zu fünf Procent in Häuſern an und findet außerdem noch ſeine Rechnung bei dem leiblichen Wohlſeyn ſeiner Arbeiter.“ 5
„Sie haben vollkommen Recht.“
„Und was ſagen Sie nun dazu, daß ich Ihnen beweiſen will, unſer Speculant findet ſeine Rechnung dabei, wenn er ſeinen Arbeitern außer ihrem gewöhnlichem Lohn einen Antheil an ſeinem Gewinn gibt?“
„Das ſcheint mir ſchwieriger.“
„Hören Sie mich noch einige Minuten an und Sie werden überzeugt ſeyn.“
In dieſem Augenblick waren Agricola und Angela langſa⸗ men Schrittes bei der Thür des Gartens des Gemeinſchafts⸗ hauſes angekommen. Eine ältliche, einfach aber mit Sorgfalt
=
— —


